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Die optimale Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer messen

Um zu erfahren ob in Wohn- oder Arbeitsräumen die optimale Luftfeuchtigkeit herrscht, wird ein spezielles Messinstrument benötigt – der Hygrometer. Damit wird der aktuelle Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft ermittelt und es kann nach Bedarf Einfluss auf die Raumfeuchte genommen werden. Im Handel stehen unterschiedliche Hygrometer zur Verfügung, welche es in analogen oder digitalen Ausführungen gibt. 

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Luftfeuchtigkeit Hygrometer

Welche Hygrometer eignen sich für die Feuchtigkeitsmessung am besten?

Um den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu messen, eignen sich grundsätzlich sowohl  analoge oder digitale Hygrometer. Bei der digitalen Erfassung der Feuchtigkeitswerte stehen zunehmend auch „smarte“ Hygrometer zur Verfügung. Durch eine entsprechende App (Apple iOS und Android) können die Werte auf dem Smartphone angezeigt oder auch in Statistiken aufgenommen werden.

Somit ist auch eine langzeitliche Erfassung der Information über die herrschenden Feuchtigkeitswerte möglich. Die Werte können sich je nach Verhalten (Kochen, Lüften, Baden bei geöffneter Badezimmertür) sehr schnell verändern.


Analoge Hygrometer

Analoge Hygrometer funktionieren durch Längenausdehnung eines Materials in Kontakt mit Feuchtigkeit (Absorptionshygrometer). Häufig wird dazu ein menschliches Haar verwendet, es gibt aber auch Hygrometer mit Kunstfasern oder Metallen (Spiralhygrometer). Spiralhygrometer arbeiten nicht so genau wie Haarhygrometer. 

Für die meisten Feuchtigkeitsmessungen der Umgebungsluft reichen die analogen Hygrometer aus. Sie können meistens auch problemlos für die Messung außerhalb des Hauses genutzt werden und benötigen keine Stromversorgung. Teilweise gibt es sogar ein edles antikes Design, was die Hygrometer als Deko-Elemente interessant macht. 

Digitale Hygrometer

Im Vergleich zu analogen Hygrometern arbeiten digitale Hygrometer mit Sensoren (kapazitive Sensoren oder Impedanz-Sensoren). Dabei werden genau die Veränderungen der elektrischen Eigenschaften der Sensoren ausgewertet. Digitale Hygrometer sind besser, wenn es um Genauigkeit bei der Bestimmung des Wasserdampfgehaltes in der Umgebungsluft geht. Sie benötigen jedoch eine Stromversorgung und sind nicht immer auch für den Außeneinsatz geeignet (Herstellerangaben beachten).

Hygrometer mit App

Die technische Funktionsweise und Genauigkeit der Hygrometer mit App entspricht den oben genannten digitalen Hygrometern. Zusätzlich besitzen sie jedoch einen Sender, welcher durch Apps für Apple iOS und Android kompatible Geräte die Messwerte überträgt. Das ist die komfortabelste Art der Feuchtigkeitsmessung und ermöglicht sogar langzeitliche Statistiken zu erstellen. Nebenbei lassen sich die Werte auch von unterwegs überprüfen. Es gibt Hygrometer mit App als Messgerät mit Anzeige und zusätzlicher Übertragung zur App oder auch als reine App-basierte Geräte ohne Anzeige.

Tipp:

Die meisten erhältlichen Hygrometer sind Thermo-Hygrometer und zeigen neben der relativen Luftfeuchtigkeit auch die Temperatur an. Beides steht in Zusammenhang miteinander.

Meine Empfehlung zu den verschiedenen Arten der Hygrometer

Hygrometer Luftbefeuchter

Siehst du auf dem Hygrometer, dass die Luftfeuchtigkeit zu gering ist, kann ein Luftbefeuchter helfen.

Wer nur grundsätzlich wissen will ob sich die Raumfeuchtigkeit oder Außenfeuchtigkeit im Rahmen hält, kann auf analoge Hygrometer zurückgreifen. Sie lassen sich überall ohne Stromversorgung nutzen, auch außen.

Wer es genauer wissen will oder bereits Anzeichen für schlechte Luftfeuchtigkeitswerte hat (Schimmelpilze oder gesundheitliche Anzeichen), sollte lieber zum digitalen Hygrometer greifen. Sie sind genauer und lassen sich durch große digitale Anzeigen auch einfacher ablesen. Sie sind auch die erste Wahl für empfindliche Möbel aus Holz, damit sie durch ein schlechtes Raumklima nicht rissig werden.

Wer weiß, dass seine Werte im Grenzbereich liegen (40% oder 60% relative Luftfeuchtigkeit), ist mit der höheren Genauigkeit der digitalen Hygrometer im Vergleich zum analogen Hygrometer besser beraten. Auch wenn es um die optimale Luftfeuchtigkeit im Kinder- oder Babyzimmer geht würde ich ein digitales, wenn nicht sogar ein App-basiertes Hygrometer, vorziehen. 

Die Stromversorgung ist bei Modellen mit Batterien/Akkus kein nennenswerter Nachteil. Wird jedoch ein Stromanschluss gefordert kann es je nach Raum (zum Beispiel Badezimmer) schon etwas problematischer werden.

Gerade die Statistik der Hygrometer mit App bringt den entscheidenden Vorteil nicht nur temporäre Werte zu erfassen, sondern einen langzeitlichen Überblick zu erhalten. Ohne App sollte mit jedem Hygrometer mehrmals zu unterschiedlichen Tageszeiten gemessen werden, da die Werte immer wieder schwanken.

Kommen bei Regen Personen in das Haus wird sich das genauso auswirken wie das Kochen oder ein Bad. Wer bei kalter Winterluft lüftet, erhält kurz danach ebenfalls andere Werte. Wichtig ist es die dauerhaften Werte zu ermitteln.

Warum sollte ich mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit messen?

Die optimale Luftfeuchtigkeit sorgt für ein gesundes Klima in Räumen. Sie darf weder zu hoch noch zu niedrig sein. Maßgeblich ist der Wassergehalt der Raumluft von der Außenluft abhängig. 

Sie hat einen höheren Wassergehalt, umso wärmer sie ist. Sinken die Temperaturen (zum Beispiel bei kalter Winterluft) nimmt die Luft weniger Wasser auf (die Dampfsättigungskurve sinkt). Darin liegt die Ursache, dass durch den Luftaustausch mit der Außenluft die Raumluftfeuchtigkeit zu niedrig wird. 

Im Sommer ist oft das Gegenteil zu beobachten. Dann verdunstet mehr Wasser und Luft mit einem hohen Wassergehalt wird in die Wohnräume transportiert. Im Winter lüftet man wegen der Heizkosten seltener, im Sommer dagegen öfters.

Zu hohe Raumfeuchtigkeit

Eine zu hohe Raumluftfeuchtigkeit erhöht die Schimmelgefahr, was gesundheitsschädlich sein kann. Schimmel verbreitet sich über Sporen (Schimmelsporen) in der Luft, welche eingeatmet werden. Allergiker sind häufig besonders betroffen, wenn sich Schimmel in Wohn- oder Kellerräumen bildet. Von einer zu hohen Luftfeuchtigkeit wird gesprochen, wenn der mit dem Hygrometer gemessene Wasserdampfgehalt dauerhaft über 60% relativer Luftfeuchte liegt. Ab diesen Werten beginnen sich Schimmelpilze wohlzufühlen und es kann auch die Bausubstanz Schäden davon tragen. 

In Kellern ist in der Regel nie zu wenig sondern immer ein zu hoher Feuchtigkeitsgehalt in der Luft. Hier lassen sich Werte um die 65% fast nicht vermeiden. Darüber sollten sie aber dennoch nicht liegen. Sonst ist über ein Entfeuchten nachzudenken, bevor die Bausubstanz Schaden nimmt. 

Eine hohe Luftfeuchtigkeit zeigt sich auch an der Kondenswasserbildung. Trifft feuchte wärmere Luft auf kalte Materialien (zum Beispiel Kellerwände), kann die abkühlende Luft weniger Wasser transportieren und schlägt sich in Form von Kondenswasserbildung an den kalten Materialien nieder. Auch im Keller kann bei kalter Außenluft (niedriger Feuchtigkeitsgehalt der Außenluft vorausgesetzt) ein Entfeuchten stattfinden, sofern man regelmäßig lüftet.

Zu niedrige Raumfeuchtigkeit

Wer nun meint, dass sehr trockene Luft die optimale Luftfeuchtigkeit aufweist irrt leider. Es besteht zwar keine Schimmelgefahr mehr, aber zu trockene Luft (zum Beispiel im Winter bei Heizungsluft) ist ebenfalls ungesund. Die Luft entzieht Feuchtigkeit überall wo sie angeboten wird. Dazu nimmt sie auch die Feuchtigkeit auf, welche der menschliche Körper bietet. Die Augen und Schleimhäute verlieren Feuchtigkeit, was den menschlichen Körper schwächt. 

Gerade die Schleimhäute benötigen genügend Feuchtigkeit um als erster Abwehrmechanismus gegen Bakterien und Viren anzukämpfen. Wegen zu trockener Heizungsluft im Winter steigen jedes Jahr im Winter Grippeinfektionen sprunghaft an. Wer sich längere Zeit in zu trockenen Räumen aufhält bemerkt schnell brennende Augen, Kratzen im Hals, Kopfschmerzen oder allgemeines Unwohlsein. Als zu trockene Raumluft gilt ein dauerhafter Zustand unter 40% Luftfeuchtigkeit. Den Feuchtigkeitsgehalt mit dem Hygrometer aber nicht sofort nach einem Stoßlüften bei kalter Winterluft messen.

Die optimale Luftfeuchtigkeit

Zwischen zu hoher oder zu niedriger Raumfeuchtigkeit gibt es auch eine optimale Luftfeuchtigkeit. Diese ist jedoch nicht für jeden Raum gleich bzw. lässt sich nicht überall maßgeblich beeinflussen. Im Badezimmer oder der Küche (verdunsten von Wasser) herrscht in der Regel immer eine höhere Luftfeuchtigkeit, was aber temporär unterschiedlich ist.

 Das Öffnen der Badezimmertür kann auch den Wassergehalt der Luft in anderen Räumen beeinflussen, zu denen ein Luftaustausch besteht. Grob gesehen gilt eine Raumluftfeuchtigkeit zwischen 50% bis 53% als optimal. Im Detail empfehle ich folgende praxisorientierte Werte für die jeweiligen Räume:

  • Wohn- und Arbeitsräume, Kinderzimmer bei 20 bis 23°C eine relative Luftfeuchtigkeit von 43% – 58%
  • Flur bei 15 bis 18°C 43% bis 58%
  • Schlafzimmer bei 17 bis 20°C ca. 43% bis 58%
  • Küche bei 18 bis 21°C Feuchtigkeitswerte zwischen 51% bis 60%
  • Badezimmer bei 21 bis 24°C Feuchtigkeitswerte zwischen 51% bis 65% (kurzfristig auch bis 70%)
  • Kellerräume bei 10 bis 15°C Feuchtigkeitswerte zwischen 50% bis 65%

Wichtig ist immer den Zusammenhang der jeweiligen Temperatur zu berücksichtigen.

Was tun, wenn die Werte der Luftfeuchtigkeit auf dem Hygrometer schlecht sind?

Wurden mit einem Hygrometer schlechte Werte der Luftfeuchtigkeit festgestellt, gibt es einige Möglichkeiten trotzdem die optimale Luftfeuchtigkeit herzustellen. Bei zu trockener Luft, welche nicht nur die Immunabwehr schwächt sondern auch Holz rissig werden lässt, kann die Luft zusätzlich mit Wasser angereichert werden. Bei geringen Abweichungen von der optimalen Luftfeuchtigkeit reichen oft kleine Diffuser aus. 

Sind die Abweichungen größer, ist ein effektiver Luftbefeuchter empfehlenswert. Diese sollte nie auf Verdacht ohne vorherige Feuchtigkeitsmessung zum Einsatz kommen. Die Luftbefeuchter mit integriertem Hygrometer sind am besten, da sie sich auch nach den gemessenen Werten und Einstellungen selbst regeln. 

Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit ist der Wassergehalt der Umgebungsluft zu verringern. Dazu gehört „richtiges“ Stoßlüften und die möglichen Ursachen finden und abstellen. Kellerräume zum Beispiel werden zunehmend feuchter, wenn die Feuchtigkeitsisolierung der Außenwand schadhaft wird. 

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