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Helfen Luftreiniger gegen Küchengerüche?

Luftreiniger befreien die Raumluft von Belastungen. Was genau jedoch an Schadstoffen aus der Raumluft durch Luftreiniger entfernt wird, bestimmt die Geräteart und Filtertechnologie. So können nicht alle Luftreinigungsgeräte auch Küchengerüche oder andere gasförmigen Stoffe ausfiltern. In meinen Tests und Vergleichen mit Luftreinigern, konnte ich viele Erfahrungen sammeln. So ist es mir möglich die Frage, ob Luftreiniger gegen Küchengerüche helfen, zu beantworten. Willst du direkt die Ergebnisse meines Luftreiniger Testes einsehen, klicke auf den farblich markierten Link.

Luftreiniger gegen Küchengerüche

Welche Luftreinigungsgeräte gibt es?

Die Raumluft lässt sich auf unterschiedliche Arten reinigen. Hauptsächlich finden 3 Prinzipien Anwendung, welche bei einigen Modellen auch kombiniert sein können. Klassisch ist der Luftreiniger anzusehen, welcher die Raumluft durch Luftfilter schickt.  Einen anderen Weg beschreitet ein Luftwäscher, welcher die Luft über Wasser reinigt. Dann gibt es noch Ionisatoren, welche sich die physikalische Eigenschaft elektrisch geladener Elektronen zu Nutze machen. Um zu verstehen welches Luftreinigungsgeräte gegen Küchengerüche helfen, erkläre ich die Funktionsweise.

Luftreiniger mit Filtern

Luftreiniger Filter Geruch

Ein Aktivekohlefilter im Luftreiniger hilft auch gegen unangenehme Gerüche in der Küche.

Luftreiniger besitzen einen Ventilator, der Luft ansaugt und gezielt durch den Luftreiniger führt. Im Luftreiniger sitzen Luftfilter, welche je nach Auslegung und Spezifikation Bestandteile aus der Raumluft festhalten. Wie alles macht auch die Filtertechnologie Fortschritte, sodass auch für Konsumergeräte inzwischen hocheffektive Schwebstofffilter (HEPA-Filter) zur Verfügung stehen. 

HEPA-Filter werden nach ihrem Abscheidegrad in Filterklassen eingestuft, zum Beispiel H13 oder H14. Sie sind in der Lage selbst Partikel in so geringer Größe auszufiltern (0,3 Mikrometer), welche von herkömmlichen Luftfiltern noch durchgelassen werden. Ihre Effizienz liegt bei 99,95 % (HEPA-H13) bzw. sogar 99,995 % (HEPA-H14). Trotz ihrer unglaublichen Filterleistung, welche selbst Bakterien erfassen kann, entfernen sie keine Küchengerüche. Trotzdem spielen sie aber für Luftreinigungsgeräte gegen Gerüche eine wichtige Rolle.

Damit ein Luftreiniger auch unangenehme Küchengerüche erfassen kann, muss der Filter auch gasförmige Substanzen erfassen. Gerüche entstehen durch Geruchsmoleküle. Sollen in der Filtertechnik gasförmige Schadstoffe wie Gase, Rauch oder halt Gerüche entfernt werden, kommt die Aktivkohle ins Spiel. Sie unterscheidet sich von den HEPA-Filtern durch eine enorm große Oberfläche im Inneren. Aktivkohle besteht aus Kohlenstoff. Durch die große Oberfläche haften Moleküle an der Oberfläche fest (Adsorption), was zu einer starken Reduzierung von Schadstoffen in der Raumluft führt. Ein Aktivkohlefilter reinigt die Raumluft auch von Gasen und Geruchsmolekülen. Dadurch kann ein Luftreiniger mit Aktivkohlefilter auch gegen Küchengerüche eingesetzt werden. Zudem filtert die Aktivkohle auch eine Vielzahl anderer Schadstoffe aus der Luft.

Auch andere Gerüche in der Raumluft lassen sich mit Aktivkohlefilter beseitigen, zum Beispiel auch Zigarettenrauch. Da sie aber auch große Partikel festhalten, wären sie ohne vorgeschaltetes Filtersystem sehr schnell erschöpft. Deswegen sind die HEPA-Filter in Luftreinigern mit Aktivkohlefilter wichtig, welche ihrerseits auch noch einen Vorfilter besitzen. So wird die Luft in einem Filtersystem Stufe für Stufe gereinigt, bis am Ende auch unangenehme Küchengerüche verschwunden sind. Vor allem zur Anwendung in der Gastronomie sind diese Luftreiniger gut geeignet,

Als Nachteil der Filtertechnik ist anzusehen, dass die Filter irgendwann zugesetzt sind. Bis auf den Vorfilter (lässt sich in der Regel reinigen), muss ein Filterwechsel vollzogen werden. Das erfordert regelmäßige Kontrolle und etwas Arbeit, allerdings auch Folgekosten. 

Luftwäscher gegen Küchengerüche

Luftwäscher gegen Küchengerüche

Auch Luftwäscher können effektiv Küchengerüche neutralisieren (allerdings musst du hier schauen, ob ein Filtersystem vorhanden ist).

Luftwäscher arbeiten prinzipiell ohne Filter, können aber ein zusätzliches Filtersystem besitzen. Grundsätzlich ist bei Luftwäschern das Filtermedium Wasser. Ein Lamellenrad dreht die Lamellen durch ein Wasserbad, wodurch sie mit Wasser benetzt sind. Der Luftstrom im Luftwäscher wird über die nassen Lamellen gelenkt, wodurch Belastungen der Luft an den Lamellen anhaften. Bei der nächsten Umdrehung durch das Wasserbad, werden die Lamellen dann von Verschmutzungen abgewaschen und neu befeuchtet. 

Diese Filtertechnik alleine vermag nichts gegen Küchengerüche auszurichten. Aber es gibt Kombinationsgeräte mit zusätzlichen HEPA- und Aktivkohlefilter. Dann können sie theoretisch wie ein Luftreiniger arbeiten, erhöhen funktionsbedingt jedoch auch die Luftfeuchtigkeit in der Raumluft.

Die Luftfeuchtigkeit in der Raumluft ist ein wichtiger Faktor eines gesunden Raumklimas. Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, belastet es unsere Schleimhäute. Trockene Raumluft (zum Beispiel trockene Heizungsluft im Winter) entzieht den Schleimhäuten Feuchtigkeit, wodurch sie in ihrer Abwehr gegen Krankheitserreger nachlassen. Zudem treten Symptome wie zum Beispiel Kratzen im Hals, brennende Augen oder Kopfschmerzen auf. Ist das Raumklima zu trocken, hilft eine zusätzliche Befeuchtung der Luft. Das ist bei Luftbefeuchtern wie auch den Luftwäschern gegeben. In meinem Luftwäscher Vergleich verrate ich dir mit welche Produkten ich persönlich bisher die besten Erfahrungen machen konnte.

Ist Luftfeuchtigkeit jedoch bereits hoch genug, würde eine zusätzliche Befeuchtung der Luft das Raumklima wieder verschlechtern. Denn auch zu hohe Luftfeuchtigkeit ist nicht gut. Ab einer relativen Luftfeuchtigkeit über 60 % kann sich sogar Schimmel bilden. Schimmelsporen verbreiten sich dann im ganzen Haus und sind ungesund. Auch um Schimmelsporen aus der Raumluft zu entfernen, eignen sich die meisten Luftreiniger.

Ionisator gegen Küchengerüche

Ionisatoren gehen einen ganz anderen Weg, bei dem nichts ausgefiltert wird. Ein Ionisator produziert mit Hochspannung Ionen, welche gegenteilig geladene Elektronen anziehen. Dadurch verbinden sie sich zu größeren Clustern, womit sie auch schwerer werden. Als Folge sinken sie in der Raumluft schneller zu Boden, wodurch sie in der Raumluft temporär nicht mehr vorhanden sind. 

Gleichzeitig wird bei der Ionenerzeugung auch Ozon produziert. Ozon ist ein hochreaktives Molekül, welches Geruchsmoleküle aufspalten kann (neutralisieren). Zudem wirkt Ozon auch keimabtötend, wodurch auch Bakterien abgetötet werden. Der Stoffwechsel von Bakterien stellt eine der Hauptquellen für unangenehme Gerüche dar. Ozon ist aber in höherer Konzentration auch schädlich. Besonders mit einigen Schadstoffen wie dem Nikotin aus Zigarettenrauch, entstehen in Verbindung mit Ozon lungengängige schädliche Aerosole. Zwar wird der Zigarettenrauch durch das Ozon neutralisiert, aber es entstehen andere Folgeschadstoffe, welche mitunter sogar schädlicher als das Nikotin sind. Ich empfehle dazu auch meinen Beitrag Ozon bei Luftreinigern – ist das gefährlich?“.

Ionisatoren können auch eine Bestandteil von Luftreinigern sein. Durch das Zusammenschließen der kleinen Partikeln zu Clustern, werden die Schadstoffe größer und für Filtersysteme besser erfassbar. Es gibt übrigens auch kleine Luftreiniger für die Anwendung im Kühlschrank.

Welche Luftreinigungsgeräte sind am besten gegen Küchengerüche?

Ein Luftwäscher ohne weitere Filtertechnik vermag nicht unangenehme Küchengerüche zu beseitigen. Besitzt der Luftwäscher jedoch einen Aktivkohlefilter, funktioniert es dagegen gut. Die Frage dabei ist, ob auch die Anhebung der Luftfeuchtigkeit erwünscht ist. In der Küche zum Beispiel wird gekocht, sodass hier die Luftfeuchtigkeit durch den Wasserdampf schon erhöht wird. In einer in sich abgeschlossenen Küche ist eine zusätzliche Luftbefeuchtung in der Regel nicht nötig und kann sogar zu einer Vermehrung von Schimmelsporen führen.

Aber der Trend in den Wohnsituationen geht zunehmend zu einer offenen Küche bzw. Wohnküche. Daraus ergeben sich zwei Gesichtspunkte. Zum einen sind gerade im Wohnteil der Wohnküche unangenehme Küchengerüche unerwünscht. Zum anderen reicht nun die automatische Luftbefeuchtung durch das Kochen nicht immer aus, da die Raumgröße nun viel größer ist. Somit kann bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit in der Wohnküche, auch ein Luftwäscher mit Aktivkohlefilter empfehlenswert sein. Er sorgt dann für ein gesundes Raumklima neben der Geruchsbeseitigung.

Ein Ionisator in der Küche wird durch das Ozon unangenehme Gerüche beseitigen. Lungenfachärzte warnen jedoch vor möglichen gesundheitlichen Folgen durch Ozon aus Luftreinigern. Ich persönlich halte die keimtötende Wirkung und Beseitigung und das Neutralisieren von Gerüchen durch Ozon, nur in Abwesenheit für akzeptabel. Im Kleider- oder Schuhschrank zum Beispiel lassen sich alle Gerüche mit einem Ionisator neutralisieren, zumal das Ozon an jede Stelle dringt. Deswegen wird es auch vermehrt in Fahrzeugen eingesetzt, wo ich jedoch auch nur über Nacht ohne Insassen einen Ionisator benutzen würde.

Bleibt noch der Luftreiniger mit einem Aktivkohlefilter. Er ist für mich die beste Entscheidung, da weder mit Ozon gearbeitet wird und auch keine Beeinflussung der Luftfeuchtigkeit besteht. Ein Luftreiniger lässt sich also in jedem Fall einsetzen. 

Was gibt es bei Luftreinigern zu beachten?

Wird sich für einen Luftreiniger mit Aktivkohlefilter entschieden, muss er auch der Raumgröße angepasst sein. Das ist wichtig bei der Luftdurchsatzmenge und auch der Kapazität der Filter. Ist er zum Beispiel für eine Wohnküche zu klein dimensioniert, wird er nicht alle bzw. zu langsam unangenehme Küchengerüche beseitigen. Gerade Fettgerüche sollten jedoch möglichst schnell entfernt werden, da sie sich sonst auch an Wänden oder Möbeln festsetzen. 

Luftreiniger arbeiten mit Filtern, was auch einen Filterwechsel nötig macht. Dazu geben die Hersteller grobe Intervalle an, wann die Filtern spätestens zu tauschen sind. Durch Filterpreis und Wechselintervalle entstehen Folgekosten, zum Beispiel auf das Jahr umgerechnet. Bei höheren Luftbelastungen (zum Beispiel durch Zigarettenrauch), sind auch die Filter (besonders der Aktivkohlefilter) viel schneller erschöpft. 

Entscheidet du dich jedoch für dein Kauf eines Wäschers ist es übrigens sehr wichtig auch über die richtige Reinigung des Luftwäschers Bescheid zu wissen! 



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