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Welche laufenden Kosten gibt es beim Einsatz eines Luftreinigers?

Luftreiniger gibt es je nach Hersteller, Modell und Leistung zu sehr unterschiedlichen Preisen. Oft werden bei der Auswahl des jeweiligen Modells, dabei jedoch die laufenden Kosten der Luftreiniger übersehen. Diese unterscheiden sich durch Stromverbrauch, Filterpreise und Wartungsaufwand (Filterwechsel) ebenfalls erheblich voneinander. In diesem Beitrag erkläre ich die Zusammensetzung der Kosten, damit der Betrieb eines Luftreinigers nicht zu einem „Fass ohne Boden“ wird.

Luftreiniger laufende Kosten

Warum sind die laufenden Kosten für Luftreiniger nicht bei jedem gleich?

Neben grundsätzlichen Faktoren, wie zum Beispiel der elektrischen Leistung (Watt), kommt es im Detail auf die Gegebenheiten und das Nutzungsverhalten der Luftreiniger an. Zum Beispiel erzeugt ein Luftreiniger mehr Kosten bei der Stromabrechnung, wenn er einfach länger in Betrieb ist. Zudem ist die gewählte Leistungsstufe ein maßgeblicher Faktor für den tatsächlichen Stromverbrauch. Hier spielt auch die vorhandene Raumgröße eine wichtige Rolle.

Auf der anderen Seite sind die Filterwechsel zu nennen. Filtersysteme können aus einem Hauptfilter bestehen, aber auch noch Vor- und Nachfilter haben. Die Filterausstattung ist abhängig davon, welche Belastungen die Luftqualität verschlechtern. Nicht jeder Filter ist in der Lage alle Luftbelastungen zu entfernen. Wann ein Filterwechsel notwendig wird, geben Hersteller meistens grob über Zeiträume oder Betriebsstunden an. Erfahre hier mehr über die optimale Betriebszeit bei einem Luftreiniger. Die Hersteller kennen aber nicht die individuelle Luftqualität in den Räumen der Kunden. In einer Raucherwohnung zum Beispiel ist die Luftqualität generell schlecht und verlangt auch nach einem häufigen Filterwechsel.

Wie hoch sind die Kosten für Strom bei Luftreinigern?

Luftreiniger Kosten

Nicht nur beim Kauf, sondern auch bei der Benutzung eines Luftreinigers kommt es zu Kosten. Diese sind vom Modell und der Intensität der Benutzung abhängig.

Als Ausgangsbasis für die Kostenermittlung bei den Luftreinigern, dient grundsätzlich die Leistungsaufnahme der Geräte. Diese wird maßgeblich von dem integrierten elektrischen Ventilator bestimmt. Einige Modelle besitzen noch zusätzliche stromverbrauchende Elemente, wie zum Beispiel eine UV-Entkeimung (siehe unseren Artikel „Luftreiniger gegen Viren„), Beleuchtung oder Displays. Die Summe des Stromverbrauchs geben die Hersteller in den technischen Merkmalen bekannt.

Würde ein Luftreiniger mit 50 Watt Stromverbrauch 24 Stunden am Tag mit höchster Leistungsstufe laufen, ergibt sich folgendes Rechenbeispiel:

24 Stunden x 50 Watt x 365 Tage 438.000 Watt bzw. 438 kWh.

Nimmt man einen Strompreis von 0,30 Cent je Kilowattstunde zu Grunde (regional und nach Anbieter unterschiedlich), ergeben sich für den Luftreiniger Kosten in Höhe von 131,40 € jährlich. Hier ist schon das Problem der Kostenermittlung zu erkennen, da jeder seinen Luftreiniger unterschiedlich lange in Betrieb nimmt. Wer ihn nur 12 Stunden am Tag betreibt zahlt nur die Hälfte, wer ihn nur 6 Stunden lang betreibt ein Viertel davon.

Die Kosten für den Stromverbrauch der Luftreiniger, sind aber auch von der gewählten Leistungsstufe abhängig. Auf höchster Stufe verbraucht ein Luftreiniger mehr Strom, auf niedrigerer Leistungsstufe entsprechend weniger. Als Anhaltspunkt sollte die Leistungsstufe so gewählt werden, dass die Raumluft 2-mal je Stunde den Luftreiniger passiert. Hier ist der Luftreiniger in Abhängigkeit zur Raumgröße zu wählen. Ein leistungsschwacher Luftreiniger wird bei größeren Räumen also immer auf voller Leistung laufen. Sparsamer kann ein stärkerer Luftreiniger sein, wenn er seine höhere Leistung gar nicht einsetzen muss. 

Tipp: 

Folgende Ausstattungen helfen bei Luftreinigern Strom zu sparen:

  • Timerfunktion – Start- und Betriebszeit bzw. Abschaltzeitpunkt können voreingestellt werden
  • Nacht- und ECO-Modus – lassen den Luftreiniger auf sparsamen Betrieb herunterfahren, was zudem auch den Geräuschpegel senkt
  • Sensorische Messung der Luftqualität – der Luftreiniger regelt über Sensoren selbsttätig die Leistungsstufe nach den Belastungen der Raumluft

Kostenfaktor Filterwechsel bei Luftreinigern

Luftreiniger Filterwechsel Kosten

Bei jedem Filterwechsel deines Luftreinigers fallen Kosten an. Die genaue Höhe ist von Modell und Marke abhängig.

Luftreiniger werden von den Herstellern entsprechend ihrer Einsatzzwecke mit unterschiedlichen Filterarten bestückt. Etabliert hat sich dabei weitgehend der HEPA-Filter, welcher je Klassifikation Kleinstpartikel ab einer Größe von nur 0,3 Mikrometer zu über 99% aus der Raumluft ausfiltert. Diese HEPA-Filter kosten je nach Typ zwischen 30 und 50 €. Die Filterleistung der HEPA-Filter erfasst Kleinstpartikel wie zum Beispiel Hausstaub, Blütenstaub oder auch Schimmelsporen. 

Für Zigarettenrauch und andere gasförmige Schadstoffe wie zum Beispiel Formaldehyd, reicht die Filterleistung dann jedoch nicht mehr aus. Dazu wird eine Filterart benötigt, welche mit Aktivkohle auch die gasförmigen Schadstoffe adsorbiert. Sie sind in der Regel ein Bestandteil eines Filtersystems, welches zudem auch die HEPA-Filter aufweist. 

Einige Hersteller verwenden auch Kombifilter, welche beide Filtersysteme in einem Filter nutzen. Diese Filter sind erwartungsgemäß teurer als herkömmliche HEPA-Filter. Damit die teuren Filterarten für Kleinstpartikel nicht schon vorzeitig mit groben Partikeln über 1 Mikrometer zugesetzt werden, sind meistens Vorfilter installiert. Sie halten Haare, groben Hausstaub und größere Pollen zurück. Zwei Arten der Vorfilter finden dabei ihre Anwendung: Wegwerffilter aus Papier und wiederverwendbare Filter aus Vlies. Die Papierfilter müssen als Ersatzfilter neu gekauft werden, während die Vliesfilter auswaschbar sind. Bei den laufenden Kosten für Luftreiniger sind die wiederverwendbaren Vorfilter vorzuziehen.

Wie lange kann eine Filterart genutzt werden?

Diese Frage ist individuell unterschiedlich zu beantworten. In jeder Wohnung und auch von Ort zu Ort verschieden ist die Luftqualität. Die meisten Schadstoffbelastungen sind bekanntlich in Großstädten oder Ballungsgebieten vorzufinden. Auf dem Land ist die Luftqualität schon deutlich besser, sodass hier auch die Filterarten der Luftreinigungsgeräte seltener einen Filterwechsel benötigen.

Nicht nur in der Außenluft entstehen durch Industrie und Verkehr Schadstoffbelastungen. Einige Schadstoffe entwickeln sich auch in Wohnräumen, zum Beispiel durch Ausgasungen aus Lacken, Teppichen oder Möbel. Viele Klebemittel oder Verbundstoffe geben zudem mit der Zeit Formaldehyd an die Raumluft ab. Umso mehr Schadstoffe die Filterarten belasten, umso schneller wird ein Ersatzfilter nötig. 

Einige natürliche und harmlose Belastungen der Luft stören nicht jeden. Blütenstaub, Hausstaub oder Tierhaare sind für viele kein Problem, andere reagieren jedoch allergisch darauf. Allergiker sind im Besonderen auf Luftreiniger mit Filterleistung angewiesen. Siehe auch unseren Artikel über Luftreiniger und Allergiker. Auch die Betriebszeit der Luftreiniger ist bei Allergikern viel höher als bei anderen Nutzern. In Folge dessen verkürzen sich auch die Zeiten für den nächsten Filterwechsel.

Tipp: Hersteller geben meistens 1 Jahr Laufzeit für ihre Filter an. In Wahrheit kann ein Ersatzfilter für Raumluftreiniger aber auch später oder auch vorher nötig werden. Wird der austretende Luftstrom aus dem Luftreiniger schwächer, ist es höchste Zeit für den Ersatzfilter (zunächst den Vorfilter auf Verschmutzung prüfen). Das gilt jedoch nicht für Filterarten mit Aktivkohle. Ist die Aktivkohle durch Schadstoffaufnahme erschöpft, wird der Luftstrom nicht schwächer. Faktoren wie Haustiere (beispielsweise erzeugen Vögel den sogenannten Vogelstaub) beeinflussen die Länge des Intervalls bis zum nächsten anstehenden Filterwechsel.

Andere Raumluftreiniger als günstigere Alternative?

Luftreiniger Alternativen

Es gibt einige Alternativen zum klassischen Luftreiniger.

Neben dem Stromverbrauch sind die Filterwechsel die essenziellen Kostenfaktoren bei Luftreinigern. Ohne Filterwechsel kommen Luftwäscher und Ionisatoren als Luftreinigungsgeräte aus.

Ein Luftwäscher führt die angesaugte Raumluft über nasse Filterlamellen. Dadurch bleiben Kleinstpartikel über 1 Mikrometer Größe an den Lamellen haften. Ein Luftwäscher filtert also nur gröbere Partikel als ein Luftreiniger aus der Raumluft. Diese Luftreinigungsgeräte haben einen Nebeneffekt, denn sie befeuchten durch das Filterverfahren gleichzeitig die Raumluft. Zu trockene Raumluft (sehr häufig im Winter), ist auf Dauer gesundheitsschädlich. Sie trocknet die Schleimhäute aus, was das Immunsystem schwächt. Die Schleimhäute sollen Krankheitserreger davon abhalten, tiefer in den Körper vorzudringen.

Genauso verhält es sich aber auch bei einer zu feuchten Raumluft. Hebt der Luftwäscher die Luftfeuchtigkeit auf über 60%, kann sich Schimmel bilden und die Schimmelsporen verteilen sich in der Raumluft. 

Außer einem regelmäßigen Wasserwechsel und evtl. ein zugesetztes Hygienemittel, verursacht ein Luftwäscher nur mit seinem Stromverbrauch laufende Kosten. Das ändert sich jedoch, wenn der Luftwäscher zwecks höherer Filterleistung zusätzlich mit Filtern bestückt wird. Luftwäscher gibt es zum Beispiel von Comedes. Auch Luftentfeuchter für zu feuchte Räume bietet Comedes an. Der Anschaffungspreis eines Luftwäschers ist etwas höher als der von Luftreinigern. Der Stromverbrauch ist bei Luftwäschern sehr ähnlich als bei Luftreinigern. Er ist jedoch deutlich niedriger, als bei zu trockener Raumluft einen Luftreiniger und zusätzlich einen Befeuchter für die Luft zu betreiben.

Sehr sparsam im Stromverbrauch sind Ionisatoren. Sie besitzen auch keine Filter, da sie Kleinstpartikel nicht herausfiltern, sondern sie verklumpen lassen. Sie nutzen die gegenseitige Anziehungskraft von gegenseitig geladenen Elektronen. Leider entsteht bei der Erzeugung von Ionen in fast allen Ionisatoren auch Ozon, was unter anderem schädlich ist. Dafür ist der Anschaffungspreis sehr günstig.

Alle genannten Alternativen müssen natürlich wie auch ein Luftreiniger an die Raumgröße angepasst sein. Entscheidend ist dabei jedoch nicht die Raumfläche, sondern der Luftinhalt in Kubikmeter (Fläche x Raumhöhe). Nur wenn die Kubikmeter der Leistung entsprechen, wird die Luftqualität im ganzen Raum besser.



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