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Die Vorteile von Luftreinigern mit Wasserfilter

Zur Luftreinigung in Wohnungen stehen Geräte mit unterschiedlichen Konzeptionen zur Auswahl. Wer gleichzeitig zur Verbesserung der Luftqualität auch ein gesundes Raumklima im Auge hat, muss auf die Luftfeuchtigkeit achten. Luftreiniger mit Wasserfilter können zu trockene Raumluft auf ein gesundes Niveau anheben.

Aber es gibt noch mehr Vorteile von Luftreinigern mit Wasserfilter (auch Luftwäscher genannt) interessant machen. In meinen Tests mit Luftreinigern habe ich viele Unterschiede zum Luftwäscher feststellen können. Meine Erfahrungen sollen die Auswahl des besten Luftreinigers mit Wasserfilter erleichtern. Übrigens gibt es auch Gründe, weshalb ein Luftwäscher nicht in allen Wohnungen zum Einsatz kommen sollte.

Meine Testsieger: Die besten Luftwäscher im Vergleich

 

 

Luftreiniger mit Wasserfilter

Was ist das Besondere an Luftreinigern mit Wasserfilter?

Das Funktionsprinzip eines Luftfilters ist allgemein bekannt. Ein Luftfilter hat ein engmaschiges Geflecht, welches nur Luft und kleinste Partikel durchlässt. Sind die Schmutzpartikel größer als die Durchlassöffnungen im Geflecht, wird ein Sperreffekt wirksam. Staubpartikel oder andere Schmutzpartikel passen einfach nicht durch den Luftfilter und werden festgehalten. Bei einem Luftreiniger mit Wasserfilter kommen grundsätzlich keine Filter zur Anwendung. Er filtert über Wasser die Raumluft.

Funktionsweise Luftreiniger mit Wasserfilter

Es gibt zur Luftreinigung aber auch noch andere effektive Methoden, so wie es auch bei Luftfiltern noch ausgeklügeltere Funktionsprinzipien gibt. Im Gegensatz zu einem Luftreiniger mit Filter arbeitet ein Wasserfilter jedoch nach einem anderen Prinzip. Er macht sich die Adhäsionseffekte einer feuchten Oberfläche zu Nutze. Strömen kleine Schmutzpartikel in der Luft über eine feuchte oder nasse Oberfläche, bleiben sie durch Adhäsion dort haften. Trocknet die Oberfläche, werden die Staubpartikel wieder freigegeben. 

Luftwäscher Funktionsweise

Dank der speziellen Funktionsweise eines Luftwäschers, werden die Schmutzpartikel der Raumluft im Wasser gebunden.

Ein Luftreiniger mit Wasserfilter saugt mit einem Lüfter Raumluft an und führt sie über ein Rad mit Lamellen. Das Rad dreht sich und die Lamellen werden dabei durch ein Wasserbad geführt. Das Wasser benetzt die Lamellen und Schmutzpartikel aus dem Luftstrom bleiben daran haften. Da sich das Lamellenrad permanent dreht, werden die Staubpartikel bei der nächsten Umdrehung im Wasserbad wieder abgewaschen, bevor sie trocknen können. Dadurch werden sie im Wasser gebunden. Gleichzeitig werden die Lamellen natürlich auch wieder neu befeuchtet. 

Das Besondere ist neben dem Verzicht auf herkömmliche Filter und deren Nachteile, auch eine zusätzliche Befeuchtung des Luftstroms im Luftwäscher. Damit steigt auch die Luftfeuchtigkeit in der Raumluft an. Das ist sehr nützlich, wenn die Raumluft zu trocken ist. 

Was ist schlecht an trockener Raumluft?

In trockener Raumluft können sich Viren und Bakterien länger halten. Besonders die Schleimhäute reagieren empfindlich auf trockene Luft und trocknen langsam aus. Dadurch wird ihre Funktion herabgesetzt bzw. aufgelöst. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Immunsystems und die erste Abwehrstufe gegen eindringende Krankheitserreger. Es zeigen sich bei längerem Aufenthalt in zu trockener Raumluft auch schnell Symptome wie Kopfschmerzen, Augenbrennen oder Kratzen im Hals. Gerade im Winter kommt es durch die Heizungsluft massiv zu einer Herabsetzung der Luftfeuchtigkeit in Räumen.

Zu einem guten Raumklima gehört also nicht nur die Verbesserung der Luftqualität, sondern auch die richtige Luftfeuchtigkeit. Richtige Luftfeuchtigkeit bedeutet, es gibt nicht nur zu niedrige oder richtige Luftfeuchtigkeit, sondern sie kann auch zu hoch sein. 

In Kellerräumen ist die Luftfeuchtigkeit meistens sehr hoch, oft schon zu hoch. Ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 % kann sich Schimmel bilden. Schimmelsporen verteilen sich mit der Luft dann auch in anderen Räumen und werden mit der Atemluft aufgenommen. Auch der Bausubstanz kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit Schaden zufügen. Kurzzeitig erhöhte Werte, zum Beispiel im Badezimmer nach dem Duschen sind jedoch normal. Trotzdem sollte durch Lüften eine dauerhafte zu hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden.

Welche Luftfeuchtigkeit sollte in Wohnräumen herrschen?

Mit einem Hygrometer lässt sich die Luftfeuchtigkeit in Räumen leicht bestimmen (siehe auch meinen Beitrag „Die optimale Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer messen“). Werte zwischen 50 und 53 % relativer Luftfeuchtigkeit sind in den Räumen ideal. Darunter ist die Luft schon trocken und unter dauerhaften 40 % schon zu trocken. Baumaterialien aus Holz oder Möbel leiden ebenfalls unter zu trockener Raumluft. Holz verzieht sich und kann rissig werden.

Vor- und Nachteile der Luftreiniger mit Wasserfilter

Luftreiniger mit Wasserfilter Vor- Nachteile

Ein Luftreiniger mit Wasserfilter hat ganz spezifische Vor- und Nachteile.

Durch die Anhebung der Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen, erfüllt ein Luftreiniger mit Wasser zwei Funktionen gleichzeitig: Luftreinigung und Befeuchtung der Luft. Damit wird die Anschaffung eines zusätzlichen Luftbefeuchters überflüssig. Es gibt aber noch weiter Unterschiede zu herkömmlichen Luftreinigern. Diese können als Vor- oder auch als Nachteil gewertet werden.

Vorteile der Luftwäscher

Luftwäscher kommen ohne Filtermatten aus, sodass auch keine Ersatzfilter benötigt werden. Dass spart Folgekosten und hocheffiziente Filtermatten sind nicht billig. Wann ein Filterwechsel notwendig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich geben die Hersteller die Filterwechselintervalle ihrer Luftreiniger an (siehe Betriebsanleitung). 

Abweichend davon, kann aber je nach Umfang der Luftbelastung ein Ersatzfilter früher oder später nötig sein. Je nach Filterart setzt sich der Filter zu und vermindert die Luftumwälzleistung. Aktivkohlefilter (zum Beispiel gegen Zigarettenrauch) lassen zwar die Luft noch durch, nehmen aber keine Schadstoffe mehr auf sobald sie erschöpft sind. Für den Benutzer ist es oft nicht immer ersichtlich, ob ein Luftfilter schon früher gewechselt werden muss. Dieses Problem gibt es bei Luftreinigern mit Wasserfilter nicht, sofern sie immer genügend Wasser haben. Damit werden auch keine Ersatzfilter benötigt.

Die Nachteile der Luftwäscher

Ein gewichtiger Nachteil ist die Reinigungsleistung von Luftreinigern mit Wasser. Das Prinzip mittels Adhäsion Staubpartikel an einem Wasserfilm haften zu lassen, funktioniert nur bei relativ größeren Partikeln. Zum Beispiel beim Hausstaub klappt das gut. Auch die Partikel, welcher ein Luftreiniger mit dem Wasser ausfiltert, sind natürlich so klein, dass sie in der Atemluft vorkommen. In der Regel liegt die ausgefilterte Partikelgröße zwischen 5 und 10 Mikrometer und natürlich darüber (1 Mikrometer ist ein tausendstel Millimeter). Partikelgrößen darunter verbleiben jedoch in der Atemluft. 

Wer zum Beispiel unter einer Hausstauballergie leidet, wird trotzdem mit der Filterleistung eines Luftreinigers mit Wasser nicht glücklich werden. Eine Hausstauballergie wird nicht durch den Hausstaub hervorgerufen, sondern durch Milbenkot. Milben leben zwar im Hausstaub, aber die Allergene sind feine Partikel aus dem Milbenkot. Um diesen aus der Atemluft herauszufiltern bedarf es effizienter Schwebstofffilter (HEPA-H13 oder HEPA-H14). Damit werden aus Partikel bis zu einer Größe von nur 0,3 Mikrometer herausgefiltert.

Wartung und Pflege 

Ersatzfilter müssen bei Luftreinigern nicht nur bezahlt werden, sondern auch ausgetauscht werden. Luftreiniger haben in der Regel noch Vorfilter, welche aber meistens unter laufendem Wasser leicht zu reinigen sind. Das verursacht natürlich auch Arbeit. 

Im Vergleich zu Luftreinigern mit Filtern, müssen Luftreiniger mit Wasser seltener gereinigt werden, wenn ein Hygienemittel eingesetzt wird. Dann kann auch einfach nur das fehlende Wasser ergänzt werden, anstatt einen kompletten Wassertauch vorzunehmen. Da sich in abgestandenem Wasser schnell Bakterien bilden, ist ein Hygienemittel bei Luftwäschern angeraten. Es verbessert auch die Benetzung der Lamellenoberflächen mit Wasser, sodass ein auch die Reinigungsleistung der Luftreiniger mit Wasserfilter besser wird. Siehe dazu auch meinen Beitrag „Welche Hygienemittel eignen sich für den Luftwäscher?“.

Wer wegen der Folgekosten auf ein Hygienemittel verzichtet, hat mit einem Luftwäscher mehr Arbeit als durch die Filterwechsel bei Luftreinigern. Dann muss das Wasser nicht nur aufgefüllt werden, sondern sollte täglich gewechselt werden. Zudem ist dann auch öfters eine Reinigung des Wassertanks und der Lamellen nötig.

Worauf bei einem Luftreiniger mit Wasser achten?

Luftreiniger mit Wasserfilter Kaufkriterien

Bei einem Luftreiniger mit Wasserfilter, solltest du unbedingt auf die folgenden 3 Kaufkriterien achten.

Es gibt einige Faktoren, worin sich Luftwäscher voneinander unterscheiden. Der beste Luftreiniger mit Wasserfilter passt auch genau zur Wohnung und den dort herrschenden Anforderungen.

Die Raumgröße

Alle Luftreinigungsgeräte zur Verbesserung der Luftqualität müssen der Raumgröße angepasst sein. Dadurch wird gewährleistet, dass auch das gesamte Luftvolumen des Raumes gereinigt wird. Ein zu leistungsschwacher Luftreiniger mit Wasserfilter wird nicht nur eine ungenügende Filterleistung aufweisen, sondern auch die Raumluft zu gering befeuchten. Im Groben lässt sich die erforderliche Leistung über die Quadratmeter ableiten. Hersteller sprechen dazu Empfehlungen aus, für bis wie viel Quadratmeter Raumgröße ihre Geräte geeignet sind. 

Im Detail spielt aber auch die Deckenhöhe eine Rolle. Wer also zum Beispiel in einem Altbau mit einer Deckenhöhe über 2,50 Meter wohnt, hat mehr Raumluft zu filtern als bei niedrigerer Deckenhöhe. Auch muss die angesaugte Luft dann stärker befeuchtet werden, damit die Luftfeuchtigkeit ansteigt.

Filtertechnologie

Auch wenn Luftreiniger grundsätzlich mit Wasserfilter arbeiten, können sie noch weitere Filtermatten besitzen. Dadurch können Luftwäscher die gleiche Reinigungsleistung auch bei kleinsten Partikeln erreichen. Sie stellen praktisch eine Kombination aus Luftreiniger und Luftwäsche dar. Somit besitzen sie auch HEPA-Filter und je nach Modell sogar Aktivkohlefilter. Aktivkohlefilter adsorbieren sogar gasförmige Schadstoffe, zum Beispiel aus Zigarettenrauch.

Es gibt auch Luftreinigungsgeräte mit zuschaltbarem Ionisator. Ionisatoren als zuschaltbare Teilkomponente von Luftreinigern erzeugen Ionen, welche sich mit gegenteilig geladenen Elektronen verbinden. Dadurch werden die Cluster größer als die Einzelpartikel. Filter können sie dann besser erfassen. Gleichzeitig wird jedoch auch Ozon erzeugt, welches zum Beispiel die Geruchsmoleküle aus Zigarettenrauch aufspalten. Allerdings entstehen mit Nikotin aus Zigarettenrauch dann auch neue Folgeschadstoffe, welche ebenfalls sehr ungesund sind.

Geräuschpegel

Durch ihre Funktionsweise mit Lüfter erzeugen Luftreiniger wie auch Luftwäscher Geräusche. Die Lautstärke der Geräte wird in Dezibel angegeben. Umso höher die gewählte Leistungsstufe ist, umso lauter werden auch die Luftreinigungsgeräte. Die Lautstärke wird von den Herstellern in Dezibel angegeben, nicht immer jedoch auch auf der höchsten Leistungsstufe. Wie laut ein Luftreiniger mit Wasserfilter sein darf, richtet sich auch nach dem Aufstellungsort und der Betriebszeit. 

Im Schlafzimmer zum Beispiel sind nur wirklich leise Luftreiniger mit niedrigen Dezibel-Werten empfehlenswert, zumindest dann, wenn das Gerät auch nachts in Betrieb ist. In anderen Räumen kann es dagegen etwas lauter sein, ohne als störend zu wirken. 

Wer auf der Suche nach besonders leisen Luftreinigern ist, sollte auch die stärkeren Modelle mit in einen Vergleich einbeziehen. Sie müssen nicht zwingend auch lauter sein, nur weil sie mehr Leistung haben. Ein größerer Ventilator zum Beispiel kann auch bei langsamer Umdrehungszahl viel Luft befördern. Hier besteht zudem die Chance, dass der stärkere Luftreiniger mit Wasserfilter schon auf einer kleinen und damit leiseren Leistungsstufe ausreichend effektiv ist.

Meine Erfahrungen zu Luftreinigern mit Wasserfilter

Bei Luftreinigern und auch Luftwäschern wird ein Großteil der Belastungen aus der angesaugten Raumluft entnommen. Luftreiniger sind mit ihren Filtermatten deutlich effektiver dabei, wie die Luftreiniger mit Wasserfilter. Allerdings findet bei Luftreinigern auch keine Befeuchtung der Raumluft statt.

Um die Luftqualität und das Raumklima zu verbessern, sind Luftwäscher nicht perfekt, aber gut. Wer mehr Belastungen aus der Atemluft entfernen will (zum Beispiel auch Schimmelsporen), benötigt auch mehr als die Filterung über einen Wasserfilm. Sollen auch gasförmige Schadstoffe entfernt werden, empfehle ich Luftreiniger oder Luftwäscher mit Aktivkohlefilter. Auch Zigarettenrauch kann damit gebunden werden.

Wichtig ist jedoch bei Luftreinigern mit Wasser, nicht auf das Hygienemittel zu verzichten. Zwar steigen damit geringfügig die Folgekosten, aber es erspart viel Arbeit. Wer gar nichts mit Hygienemittel zu tun haben will, sollte Luftreiniger mit Luftfiltern wählen.



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