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Wie effektiv kann ein Luftreiniger gegen Feder- und Vogelstaub helfen?

Durch die Haltung von Ziervögeln entstehen sehr feine Staubpartikel, welche einzeln nicht zu sehen sind. Erst durch Ansammlung des Vogelstaubs auf Möbeln oder Fußböden, wird eine weiße Staubschicht richtig wahrgenommen. Jedoch befinden sich die einzelnen Partikel auch in der Raumluft und werden zum großen Teil vom Vogelhalter eingeatmet. 

Luftreiniger gegen Vogelstaub

Staub, wie zum Beispiel Hausstaub, ist eine Luftbelastung, welche nach Möglichkeit nicht permanent in die Atemwege eindringen soll. Vogelstaub stellt dazu eine noch höhere Gefahr dar, da er bei Menschen Krankheiten und allergische Reaktionen hervorrufen kann. Luftreiniger können Vogelstaub entgegenwirken und die Luftqualität verbessern. Dabei gilt es jedoch auf einige Punkte zu achten.

Warum ist Vogelstaub gesundheitsschädlich?

Unter Vogelstaub ist nicht der Staub zu verstehen, welcher ein Vogel zum durch den Vogelsand aufwirbelt. Ein Vogel erzeugt selbst Staub, zum Beispiel durch sein Gefieder und den Kot. Der Kot trocknet sehr schnell und zerfällt dann in sehr feine Partikel, welche nur ein Teil des Vogelstaubs darstellen. Natürlich wird auch Material auf dem Käfigboden, wie Vogelsand oder Vogelstreu, durch den Vogelkot kontaminiert. Somit wird dann auch dieser zu Vogelstaub. 

Dass Staub generell die Atemwege und Lunge belastet ist allgemein bekannt. Deswegen alleine schon machen Luftreiniger in Wohnräumen immer Sinn, selbst dann, wenn es nicht um Vogelstaub geht. Das Problem bei Vogelstaub ist jedoch eine mögliche übersteigerte Abwehrreaktion des menschlichen Körpers, auch als allergische Reaktion bekannt. Diese kann fatale Folgen für Vogelhalter haben, da sie schwere Symptome wie bei einer Lungenentzündung hervorrufen können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Husten
  • Atembeschwerden
  • Auswurf
  • Fieber
  • beschleunigter Puls
Luftreiniger Vogelstaub gesundheitliche Gefahren

Ein Luftreiniger hilft dir die gesundheitlichen Gefahren, welche von Vogelstaub ausgehen zu reduzieren.

Unterschieden wird dabei zwischen einer akuten oder chronisch schleichenden Immunreaktion. Während es bei einer akuten Reaktion meist innerhalb von 4 bis 12 Stunden zu den oben genannten Reaktionen kommt, gibt es auch eine chronisch schleichende Reaktion über einen längeren Zeitraum hinweg. Hier zeigen sich grippeähnliche Symptome wie zum Beispiel:

  • nachlassende Belastbarkeit
  • Gliederschmerzen
  • Gewichtsverlust

Die akuten Symptome sind heftig und lassen sich entsprechend schnell auf die Ursache zurückführen. Schwieriger sind die milderen Symptome, welche erst nach einiger Zeit auftreten. Es kann sogar sein, dass Monate oder Jahre keine allergischen Reaktionen auftreten, sich aber zu einem späteren Zeitpunkt entwickeln. Kaum jemand schließt dann sofort auf den Vogelstaub als Ursache, wenn es jahrelang keine Symptome dafür gab.

In diesem Artikel erfährst du, ob die Krankenkasse bei Allergikern die Kosten für einen Luftreiniger übernimmt.

Luftreiniger gegen Vogelstaub

Der körperliche Kontakt zu Ziervögeln ist in der Regel nicht so innig wie bei vierbeinigen Haustieren. Leider schützt das nicht vor den Allergenen, da diese sich überall in der Raumluft verteilen. Durch die Atmung gelangen sie dann auch in die Atemwege und Lunge. Ein entsprechend ausgerüsteter Luftreiniger entfernt den Vogelstaub aus der Raumluft, sowie viele andere Belastungen und Allergene. Damit der Luftreiniger effektiv die Luftqualität verbessern kann, gibt es einige Punkte zu beachten.

Die richtige Filtertechnik der Luftreiniger 

Der wichtigste Punkt ist die verwendete Filtertechnik, damit auch der Vogelstaub entfernt wird. Hierbei ist die Größe der Partikel das Kriterium, wonach die Filter zu bestimmen sind. Billige Luftreiniger besitzen häufig günstige Filter, welche die Luftqualität nicht nennenswert verbessern. Sie halten nur grobe Partikel fest und lassen den Vogelstaub ungehindert durch. Solche Filter fungieren bei effizienteren Luftreinigern bestenfalls als Vorfilter. 

Der Hauptfilter sollte ein HEPA-Filter sein, welcher selbst Staubpartikel von nur 0,3 Mikrometer Größe aus der Raumluft filtert (HEPA H13 oder H14). Damit werden Vogelstaub sowie andere Allergene (zum Beispiel Hausstaubmilben) wirkungsvoll herausgefiltert. Die Luftqualität verbessert sich mit diesen Luftreinigern gravierend. Es wird nicht nur Vogelstaub aus der Raumluft entfernt, sondern auch Schimmelsporen und Feinstaub. Für gasförmige Schadstoffe wie Nikotin oder Formaldehyd reichen diese Filter jedoch nicht mehr aus.

Die Leistung des Luftreinigers

Wie viel Luftbelastungen ein Luftreiniger aus der Raumluft entfernt, ist auch von der Luftdurchsatzmenge des Luftreinigers abhängig. Eine geringe Leistung in einem großen Raum, erfasst nur in einem kleinen Umkreis der gesamten Luft und benötigt zudem sehr viel Zeit zur Filterung. Die Leistung des Luftreinigers muss der Raumgröße entsprechen. 

Tipp: 

Als Faustregel muss ein Luftreiniger in der Lage sein, die gesamte Luft im Raum alle 30 Minuten durch den Filter zu leiten. Um dies zu berechnen, muss das Raumvolumen (Fläche mal Höhe) durch die Luftdurchsatzmenge geteilt werden. 

Geräuschpegel beachten

Luftreiniger arbeiten mit einem Ventilator, um den benötigten Luftstrom zu erzeugen. Ventilatoren erzeugen Geräusche, welche mit zunehmender Drehzahl lauter werden. Ab wann ein Luftreiniger als störend laut empfunden wird, ist bei jedem Benutzer verschieden. Dazu spielt auch der Aufstellungsort eine Rolle. Da Vogelkäfige meistens im Wohnzimmer stehen, gehen die Geräusche der meisten Luftreiniger unter. Im Schlafzimmer dagegen sind selbst leise Luftreiniger beim Schlaf oft störend. Erfahre  hier warum ein Luftreiniger deinen Schlaf verbessern kann,

Der Geräuschpegel ist zudem von der gewählten Leistungsstufe abhängig. Auf kleiner Stufe ist ein Luftreiniger entsprechend leiser, als auf seiner höchsten Leistungsstufe. Grundsätzlich ist natürlich immer ein leiserer Raumluftreiniger besser. Meiner Meinung nach ist es jedoch besser, sich einen stärkeren Luftreiniger anzuschaffen. Ideal ist es, wenn schon die niedrigeren Stufen dazu ausreichen den gesamten Vogelstaub aus der Raumluft zu entfernen. Dann sind die Geräte leiser und müssen nicht ständig mit Volllast laufen, was zudem auch den Verschleiß erhöht.

Filterwechsel

Luftreiniger Federstaub

Nut bei regelmäßigem Filterwechsel kann der Luftreiniger zuverlässig den Federstaub aus der Luft entfernen.

Mit den Filtern wird ein regelmäßiger Filterwechsel notwendig. Die Wechselintervalle sind abhängig von den Filtern und der vorhandenen Luftqualität. Ist die Luft stark belastet, ist auch der Filterwechsel entsprechend früher notwendig. Oft werden vom Hersteller die Intervalle vorgegeben, was in Zeiträumen oder Betriebsstunden möglich ist. Dabei gehen die Hersteller jedoch von einer „üblichen Luftbelastung“ aus. Vogelhalter haben in ihrer Wohnung jedoch eine schlechtere Luftqualität durch den zusätzlichen Vogelstaub. In meinen Augen ist deswegen ein Filterwechsel früher notwendig.

Ein Filterwechsel ist mit Kosten verbunden. Diese können je nach Hersteller bzw. verwendetem Filter unterschiedlich sein. Es gilt, die verkürzten Intervalle für den Filterwechsel als Vogelhalter und die Preise für Ersatzfilter zu berücksichtigen. Damit sind die laufenden Kosten der Luftreiniger kalkulierbar.

Damit die teuren Hauptfilter nicht so oft gewechselt werden müssen, besitzen die meisten Luftreiniger Vorfilter. Diese sind preisgünstiger und zum Teil auch auswaschbar. Sie halten den groben Hausstaub vom Hauptfilter ab, damit dieser seine Kapazität für den Federstaub bzw. den Gefiederstaub bewahrt. 

Tipp: Wird ein Luftreiniger lauter und der ausgehende Luftstrom schwächt sich ab, ist als erstes der Vorfilter wie auch Hauptfilter zu überprüfen. Es sind deutliche Zeichen für einen nötigen Filterwechsel.

Gibt es Alternativen zu Luftreiniger? 

Nun sind Luftreiniger nicht die einzigen Raumluftreiniger im Handel. Es gibt auch Luftwäscher und Ionisatoren. Auch sie können die Luftqualität verbessern, kommen aber für Vogelhalter nur bedingt oder gar nicht in Frage.

Luftwäscher gegen Vogelstaub

Luftwäscher sind ebenfalls gute Raumluftreiniger, welche aber erst Partikel ab einer Größe von ca. 1 Mikrometer erfassen. Dadurch sind sie sehr wirkungsvoll gegen eine normale Staubbelastung und größere Allergene, wie zum Beispiel Blütenpollen. Bei kleineren Allergenen müssen sie wie die Luftreiniger zusätzlich mit HEPA-Filtern bestückt sein, um diese noch zu erfassen.

Ionisatoren

Ionisatoren werden oft für Haustierhalter empfohlen, da sie durch den Nebeneffekt der Ozon-Erzeugung auch Geruchsmoleküle beseitigen. Vogelhalter haben jedoch weniger mit Gerüchen der Vögel zu kämpfen. Zudem ist Ozon für Menschen in zu hoher Konzentration schädlich. Das gleiche gilt natürlich auch für Haustiere, besonders dann, wenn es sich um kleine Haustiere wie Ziervögel handelt. Auch größere Papageien, Kakadus oder Nymphensittiche leiden unter dem Ozon. Auch für Menschen kann Ozon gesundheitliche Risiken haben.

Ich halte ozonerzeugende Ionisatoren generell als Raumluftreiniger nicht für empfehlenswert, bei Haustieren erst recht nicht. Einzig für eine Geruchsbeseitigung im Auto (ohne Insassen) oder noch in einem abgeschlossenen Schrank, machen Ionisatoren für mich ein Sinn.

Wichtiger Tipp: Neben Vogelstaub, gilt auch Schwarzstaub als gesundheitsgefährdend. Erfahre hier, inwiefern ein Luftreiniger gegen Schwarzstaub helfen kann.

Ratschläge zu Luftreinigern und Vogelstaub

Luftreiniger Vögel

Beim Zusammenleben mit Vögel kann es zu gesundheitlichen Beschwerden kommen. Ein Luftreiniger kann zwar gegen diese helfen, doch es ist wichtig die genaue Ursache herauszufinden.

Grundsätzlich sollte bei Beschwerden im Zusammenhang mit Vogelstaub ein Allergologe aufgesucht werden. Dieser stellt dann fest, ob überhaupt der Gefiederstaub oder schon die normale Staubbelastung Auslöser der Allergie ist. 

Nicht jede Vogelart erzeugt die gleiche Menge an Gefiederstaub. Besonders viel Gefiederstaub besitzen Nymphensittiche und Kakadus. Hausstaub entsteht auch durch die Benutzung von Vogelsand. Alternativ reichen auch Zeitungspapier oder anderes Granulat am Käfigboden. Dann sind auch die Filterwechsel bei den Raumluftreinigern seltener. Der Vorfilter muss ebenfalls seltener gereinigt bzw. ausgetauscht werden.

Nicht immer ist der Gefiederstaub bei der Vogelhaltung der Grund einer Allergie. Auch das Vogelfutter (Körnerfutter) kann Allergieauslöser sein. Eine Umstellung auf anderes Futter könnte Abhilfe schaffen. 

Wurde ein Luftreiniger zur Raumgröße zu schwach gewählt, sollte er zumindest in der Nähe der Allergenquelle stehen, also in der Nähe des Vogels bzw. Vogelkäfigs. Langfristig ist jedoch nur eine der Raumgröße entsprechende Dimensionierung des Raumluftreinigers sinnvoll.

Oft zeigen sich Beschwerden durch eine Allergie erst sehr viel später nach der Anschaffung eines Vogels. Allergikern empfehle ich besonders auf Reizungen der Schleimhäute, Atemwege und Augen zu achten. Vögel sollten zudem auch nicht in die Schlafzimmer oder auf das Bett dürfen. 

Neben einem guten Luftreiniger gegen Vogelstaub ist auch ein entsprechender Staubsauger mit HEPA-Filter für die Abluft wichtig. Sonst bläst der Staubsauger den ganzen Vogelstaub nur in die Raumluft, anstatt ihn zu entfernen.



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