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Wie lange darf man einen Luftreiniger höchstens laufen lassen?

Ein Luftreiniger muss nicht 24 Stunden am Tag in Betrieb sein, um die Luftqualität auf hohem Niveau zu halten. Eine pauschale Angabe zur Betriebszeit gibt es jedoch nicht. Wie lange ein Luftreiniger wirklich laufen muss, ist anhand verschiedener Faktoren zu ermitteln. Dabei spielen die Reinigungsleistung, die Raumgröße und die Art bzw. Herkunft der Luftbelastungen eine Rolle. In diesem Beitrag schlüssele ich die Faktoren auf, damit die optimale Betriebszeit für jeden Raum deutlich wird.

Luftreiniger Wie lange laufen lassen?

Warum kein Dauerbetrieb für Luftreiniger?

Theoretisch könnte man allen Überlegungen aus dem Weg gehen und einen Luftreiniger rund um die Uhr laufen lassen. Sind die Luftreiniger geprüft (GS- oder TÜV Zeichen), sollten zumindest die technischen Eigenschaften dies ermöglichen. Soweit ist das auch richtig, doch genauso unnötig wie auch mit Nachteilen behaftet. Denn jeder Raumluftreiniger verbraucht Strom, welcher sich durch die Anzahl der Betriebsstunden addiert. 

Verbraucht ein Raumluftreiniger zum Beispiel 100 Watt, sind es nach einem Tag bereits 2,4 Kilowattstunden. Bei einem mittleren Strompreis von ca. 30 Cent je Kilowattstunde, sind das im Jahr fast 260 € oder 21,60 € in einem Monat. Verbraucht der Luftreiniger sogar mehr als 100 Watt, ist die Rechnung entsprechend höher.

Zudem erhöht sich der Verschleiß der angetriebenen Komponenten um das ca. 10-fache, wenn wir einen Raumluftreiniger ohne Unterbrechung laufen lassen. Es ist viel kostengünstiger und sinnvoller, die Betriebszeit auf die benötigte Einsatzzeit zu beschränken. 

Raumgröße und Reinigungsleistung 

Luftreiniger Leistung

Die optimale Leistung eines Luftreinigers Mistunter anderem von der Raumgröße abhängig.

Ein Raumluftreiniger erreicht je nach Konzeption eine bestimmte Luftreinigungsleistung. Eine gute Maßeinheit dazu ist die angesaugt Luftmenge, welche ein Raumluftreiniger in einer Stunde reinigt und „sauber“ wieder abgibt. Dies wird in Kubikmeter Raumluft je Stunde (m3/h) angegeben. In der Regel verfügen Raumluftreiniger über verschiedene regelbare Leistungsstufen, wobei die höchste Leistungsstufe zu berücksichtigen ist.

Nun benötigt man das Raumluftvolumen des entsprechenden Raumes (Fläche x Höhe). Ein Raum mit 50 Quadratmetern und 2,50 Meter Deckenhöhe hat 125 Kubikmeter Rauminhalt. Bei höheren Decken steigt auch entsprechend das Raumvolumen an.

Die Reinigungsleistung eines Raumluftreinigers sollte so gewählt werden, dass er die gesamte Raumluft theoretisch in einer Stunde zweimal durch die Filter strömen lässt. Bei zum Beispiel 125 Kubikmeter Raumluft, entspricht das der Durchsatzleistung von 250 m3/h. Soll der Raumluftreiniger in unterschiedlichen Räumen benutzt werden, ist der größte Raum bei der Ermittlung der Reinigungsleistung relevant. Bei kleineren Raumgrößen kann die Leistung dann entsprechend herabgeregelt werden. Aber aufgepasst – bei Räumen ohne Fenster ist manchmal eine längere Laufzeit sinnvoll!

Was belastet die Luftqualität?

Raumluftreiniger können je nach Filterausstattung eine Vielzahl an Luftbelastungen der Raumluft entfernen. In praktisch allen Wohnräumen befindet sich zum Beispiel Hausstaub, weswegen wir ja auch regelmäßig Staubwischen. Zuvor war dieser Hausstaub jedoch in der Raumluft, welche von uns eingeatmet wird. Dass ist natürlich nicht gesund und kann bei Allergikern sogar allergische Reaktionen hervorrufen (Hausstauballergie). 

Andere Luftbelastungen

Neben gewöhnlichem Hausstaub lassen sich in Wohnräumen sehr häufig auch Feinstaub, Schimmelsporen bis hin zu schädlichen Gasen (zum Beispiel Formaldehyd) finden. Dass die Schadstoffbelastung durch Zigarettenrauch besonders hoch ist, hat sich wahrscheinlich schon herum gesprochen.

Für all diese Fälle gibt es spezielle Filter, welche Schwebstoffe unterschiedlicher Größe und auch gasförmige Schadstoffe entfernen können. Für die Betriebszeit ist das insofern ein wichtiger Faktor, weil die Herkunft der Luftbelastungen eine Rolle spielt. Wer zum Beispiel nur den Hausstaub bekämpfen will, hat relativ kurze Betriebszeiten. 

Ist ein Raum verschlossen, reicht eine Betriebszeit von ca. 2 Stunden aus. In dieser Zeit sollte ein Raumluftreiniger die Raumluft ca. 4-mal gefiltert haben. Theoretisch würde dies bei entsprechender Anpassung an die Raumgröße schon nach 30 Minuten der Fall sein, was sich in der Praxis jedoch nicht bestätigt. Denn ein Raumluftreiniger sucht sich die angesaugte Raumluft nicht anhand der Belastungen aus, sondern es wird die Luft angesaugt, welche dem Luftreiniger am nächsten ist. Somit kommt es zu einem gewissen Prozentsatz zu einer mehrfachen Reinigung der bereits gereinigten Luft, während Luftbelastungen in entfernten Ecken seltener den Filter passieren.

Werden Fenster oder Türen geöffnet, entsteht ein Neueintrag an Luftbelastungen von außen. Danach sollte man den Luftreiniger nochmal 30 Minuten laufen lassen.

Informiere dich hier über die Anzeichen von trockener Raumluft.

Luftbelastungen von Innen

Auch in den Wohnräumen kann die Luftqualität durch Schwebstoffe oder gasförmige Schadstoffe verschlechtert werden. Bestes Beispiel ist wohl der Zigarettenrauch. Das Problem bei Zigarettenrauch ist, das sich die Schadstoffe wie Nikotin nicht nur in der Raumluft befinden, sondern sich an allen Gegenständen, den Wänden und Decken sowie an Textilien absetzen. Selbst wenn kein Zigarettenrauch durch das Rauchen entsteht, breiten sich von den Ablagerungen Schadstoffe in der Raumluft aus und werden eingeatmet. In diesem Fall müsste man tatsächlich wegen der permanenten Verschlechterung der Luftqualität einen Luftreiniger mit Aktivkohle 24 Stunden laufen lassen. Das wird nicht nur im Stromverbrauch teuer, sondern auch Intervalle der Filterwechsel wären entsprechend kürzer. 

Tipp: Ozongeneratoren werden unter Rauchern als Geheimtipp gehandelt. Nur die wenigsten wissen, dass Ozongeneratoren aus Ozon und Nikotin neue Schadstoffe entstehen lassen, welche noch schädlicher als das Nikotin selbst sind. Siehe dazu auch meinen Beitrag: Ozon bei Luftreinigern – ist das gefährlich?“. 

Allergiker reagieren je nach vorhandener Allergie auf sehr unterschiedliche Allergene. Diese können im Haus entstehen oder auch wie zum Beispiel Pollen aus der Außenluft stammen. Bei der Hausstauballergie werden zum Beispiel die Allergene durch den Kot von Milben (Hausstaubmilben) erzeugt. Allergikern ist also nicht damit geholfen, Pollen aus den Wohnräumen auszufiltern. Die Neubildung von den Allergenen muss zusätzlich unterbunden werden (Hygienemittel und Staubsauger mit HEPA-Filter).



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