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Pflanzen als natürliche Luftbefeuchter – reicht das aus?

Besonders im Winter sorgt häufig die trockene Heizungsluft für eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit. Luftbefeuchter zählen zu den Mitteln, das Raumklima effektiv auf ein gesundes Niveau zu heben (in meinem Luftreiniger Test siehst du eine Auflistung der besten Modelle). Liegt die Luftfeuchtigkeit nur gering unter den empfohlenen Werten, können auch Alternativen ausreichend sein. Zum Beispiel wirken auch Pflanzen in Grenzen als natürlicher Luftbefeuchter. Worauf es dabei ankommt, erkläre ich nachfolgend.

Pflanzen als Luftbefeuchter

Welche Luftfeuchtigkeit gilt als gesundes Raumklima? 

Grundsätzlich wird eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 53 % (bei 18 bis 21 Grad) als optimal angesehen. Genau ist es jedoch auch von der Raumtemperatur abhängig und kann je nach Raum verschieden ausfallen. Neben einem optimalen Bereich gibt es auch eine zu hohe und eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit. Beides gilt es zu vermeiden, damit ein Raumklima gesund ist. In der Regel wird die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer gemessen.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit

Räume mit höherer Luftfeuchtigkeit sind in erster Linie Badezimmer und Kellerräume. Natürlich können auch andere Räume eine zu hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Dann zum Beispiel, wenn zu viel Feuchtigkeit durch schlecht isolierte Wände oder Keller sich in den Wohnräumen ausbreitet. Ab einer dauerhaften Luftfeuchtigkeit von über 60% ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Ab diesem Wert bildet sich schon Schimmel, welcher sich über Sporen im ganzen Haus verteilen kann. Ist die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu hoch, muss man sich auch über Pflanzen als zusätzliche Luftbefeuchter keinen Gedanken mehr machen. 

Viel mehr gilt es der zu hohen Luftfeuchtigkeit entgegenzuwirken und die Ursache zu finden. Dabei gilt es zwischen einem dauerhaften Zustand und kurzeitig zu hohen Werten zu unterscheiden. Hat jemand gerade geduscht oder gebadet, ist die Luftfeuchtigkeit temporär sehr hoch im Badezimmer. Wird die Tür geöffnet, damit irgendwann mal der beschlagene Spiegel wieder seine Funktion erfüllt, zieht die Feuchtigkeit natürlich auch kurzzeitig durch andere Räume. Auch bei Regen kann durch die nasse Kleidung kurzzeitig die Feuchtigkeit in den Räumen stark ansteigen. Diese kurzzeitigen „Spitzen“ sind jedoch normal und nicht relevant.

Zu niedrige Luftfeuchtigkeit

Weit häufiger als zu hohe Luftfeuchtigkeit, ist zu niedrige Luftfeuchtigkeit anzutreffen. Das liegt an Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasser, welche mit sinkenden Temperaturen fällt. Nun ist es in den Wohnräumen im Winter durch Heizungen zwar schön warm, aber die Raumluft stammt samt Wassergehalt von der kalten Außenluft. Es kommt also Luft mit wenig Wassergehalt in den warmen Raum, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit sinkt (genau aus diesem Grund gibt es Luftbefeuchter für die Heizung). Eine Luftfeuchtigkeit unter 40 % gilt dauerhaft als ungesund. Hier können je nach gemessener Luftfeuchtigkeit evtl. Pflanzen als Luftbefeuchter hilfreich sein. Einige Pflanzen leisten dabei mehr als andere.

Empfohlene Pflanzen als Luftbefeuchter

Pflanzen leben durch Photosynthese. Sobald Licht auf eine Pflanze fällt beginnt die Photosynthese, wobei die Pflanzen auch Wasser über die Blätter verdunsten. Auf diese Weise gelangen ca. 90 % des Gießwassers keimfrei in die Raumluft. Empfehlenswert sind folgende Pflanzen:

  • Bogenhanf
  • Grünlilie
  • Drachenbaum
  • Zyperngras
  • Efeutute
  • Nestfarn
  • Sukkulenten
  • Zimmerlinde

In der Regel lässt sich durch Pflanzen als Luftbefeuchter die vorhandene Luftfeuchtigkeit um ca. 5 % steigern. Allerdings müssen sie auch regelmäßig gegossen werden. Viele der genannten Pflanzen lassen sich auch als Hydrokultur halten, was die Intervalle für neues Gießwasser hinausschiebt. In trockener Raumluft benötigen Pflanzen mehr Gießwasser, damit sie noch gut gedeihen. Umso trockener die Raumluft ist, umso mehr Wasser verdunstet über die Blätter. Wichtig ist zudem für alle Tierfreunde zu wissen, dass selbst im Terrarium die Pflanzen alleine nicht ausreichen um ein optimales Klima zu erzeugen. Genau aus diesem Grund wurden extra Luftbefeuchter für das Terrarium entwickelt.

Pflanzen fungieren nicht nur als Luftbefeuchter

Pflanzen als natürliche Luftbefeuchter

Pflanzen können als natürliche Luftbefeuchter fungieren, einen professionellen Luftbefeuchter können sie allerdings nicht ersetzen.

Pflanzen können aber noch mehr, als nur für eine Luftbefeuchtung zu sorgen. Sie nehmen zum Beispiel auch Feinstaub und Schadstoffe auf. Die bekannteste Eigenschaft von Pflanzen ist die Umwandlung von Kohlendioxid und die Abgabe von Sauerstoff. Treibender „Motor“ dafür ist die Photosynthese. 

Die meisten Pflanzen kehren diesen Prozess jedoch auch um, wenn keine Photosynthese (nachts) stattfindet. Deswegen sind nicht alle Pflanzen für das Schlafzimmer empfehlenswert. Es gibt aber einige Ausnahmen, welche sogar nachts Sauerstoff produzieren. Dazu gehören der Bogenhanf, Orchideen, Bromelien und echte Aloe.

Pflanzen die sich als Luftbefeuchter und Schadstoffkiller eignen, sind Drachenbaum, Einblatt, Efeutute, Philodendron und Nestfarn. Sie nehmen nicht nur Staub auf, sondern auch Schadstoffe wie zum Beispiel Trichlorethylen, Benzol, Formaldehyd und Xylole. Formaldehyd und Trichlorethylen zum Beispiel kommen in Wohnungen durch Ausdünstungen von Möbeln Teppichen oder Wandfarben vor.

Welche Auswirkungen hat zu trockene Raumluft?

In zu trockener Raumluft wird es keinen Schimmel geben, was positiv klingt. Trotzdem ist zu trockenen Raumluft schädlich für den menschlichen Organismus. Sie reichert sich physikalisch bedingt mit gebotener Feuchtigkeit an, was in Wohnräumen auch der Mensch ist. Die trockene Raumluft entzieht Mund und Schleimhäuten unweigerlich Feuchtigkeit, was zur Senkung der menschlichen Abwehr gegen eindringende Viren und Bakterien führt. Die Mund und Nasenschleimhäute sind praktisch die erste Abwehrbastion des menschlichen Immunsystems. Deswegen häufen sich auch im Winter viele Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel die Grippe.

Sowie zu viel Luftfeuchtigkeit der Bausubstanz schaden kann, verhält es sich ähnlich mit zu geringer Luftfeuchtigkeit. Besonders Holzbalken, Holzböden, Holzverkleidungen oder Holzmöbel neigen dann zum Verziehen und der Rissbildung.

Mein Fazit zu Pflanzen als Ersatz für Luftbefeuchter

Befindet sich die Luftfeuchtigkeit an der Grenze von zu niedrig (ca. 40 %), können Pflanzen mit zusätzlichen 5 % Luftfeuchtigkeit den Wert etwas stabilisieren. Bevor nun aber die Gärtnereien auf der Suche nach Bogenhanf, Zyperngras oder Grünlilie gestürmt werden, gilt es mit einem Hygrometer überhaupt erst einmal die tatsächlich vorhandene Luftfeuchtigkeit zu messen. In der Regel liegt sie im Winter deutlich unter 40 %, sodass auch Pflanzen einen effektiven Luftbefeuchter nicht ersetzen können. Einige Luftbefeuchter messen sogar selbsttätig die vorhandene Luftfeuchtigkeit und regeln sich auch entsprechend selbsttätig.  Damit ist man auf der sicheren Seite. Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit können Pflanzen nicht schaden. Helfen können sie aber nur in Grenzfällen. Zwar kann man sich theoretisch auch einen Luftbefeuchter selber bauen, doch dafür benötigst du ein gewissen handwerkliches Geschick und wenn wir ehrlich sind, kann das Ergebnis niemals mit einem gekauften Produkt mithalten.



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