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Was ist die relative Luftfeuchtigkeit und wie lässt sich diese berechnen?

Für ein gesundes Raumklima bekommt die relative Luftfeuchtigkeit eine besondere Bedeutung. Sie bestimmt, ob die Luft die richtige Raumluftfeuchtigkeit aufweist. Es gibt einen optimalen Bereich, der gesund ist und in dem wir uns wohlfühlen. Dem gegenüber steht eine zu niedrige Raumluftfeuchtigkeit, sowie die Raumluft auch schon zu feucht sein kann. Was überhaupt die relative Luftfeuchtigkeit ist und wie sie sich beeinflussen lässt, erkläre ich in diesem Beitrag.

Relative Luftfeuchtigkeit

Was besagt die relative Luftfeuchtigkeit?

Luft nimmt Feuchtigkeit als Wasserdampf auf, wodurch die Luftfeuchtigkeit steigt. Wie viel Wasserdampf sie jedoch aufnehmen kann, ist von der Lufttemperatur abhängig. Grundsätzlich gilt – je wärmer die Luft ist desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Damit wird auch gleich klar ausgedrückt, dass kalte Luft weniger Wasserdampf aufnimmt. Interessant wird es, wenn kalte Luft auf warme Luft trifft. Das ist zum Beispiel im Winter der Fall, wenn die kalte Außenluft in beheizte Räume gelangt.

Die kalte Außenluft kann nur begrenzt ihren Wassergehalt erhöhen, bis sie als gesättigt keinen Wasserdampf mehr aufnimmt. Obwohl kalte und warme Luft die gleichen Werte bei der relativen Luftfeuchtigkeit erreichen können, ist die tatsächliche Wasserdampfmenge (absolute Luftfeuchtigkeit) in der kalten Luft niedriger als bei der warmen Luft. 

Die relative Luftfeuchtigkeit gibt also an, wie viel Prozent Wasserdampfgehalt vom möglichen Maximalwert die Luft bei der vorherrschenden Lufttemperatur aufgenommen hat. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 % sagt aus, dass bei der jetzigen Temperatur die Hälfte der Sättigung erreicht wurde, doppelt so viel Wassergehalt könnte die Luft jedoch aufnehmen.

Warum spielt die relative Luftfeuchtigkeit für uns eine Rolle?

Relative Luftfeuchtigkeit Bedeutung

Wer die Bedeutung der relativen Luftfeuchtigkeit kennt, tut sich deutlich leichter dabei ein gesundes Raumklima zu erkennen.

Die Außenluft regelt ihren Wasserdampfgehalt selbsttätig, ohne dass wir es merklich beeinflussen können. Das Prinzip kennen wir allgemein als Trocknen. Hängen wir nasse Wäsche im Sommer nach draußen, wird sie trocknen. Die Außenluft war nicht in ihrem Wasserdampfgehalt gesättigt, und hat deswegen die Feuchtigkeit der Wäsche aufgenommen. Genauso trocknen nasse Straßen oder der Boden trocknet aus. Wir alle wissen auch, dass man Wäsche im Winter nicht an der Außenluft zum Trocknen bringt oder es sehr lange dauert.

Im Winter gibt es aber noch einen Faktor, welcher zudem für trockene Außenluft sorgen kann. Ist Wasser bei unter 0 °C gefroren, steht es der Umgebungsluft nicht mehr als Wasserdampf zur Verfügung. So werden nicht einmal die benötigten 5 Gramm Wasser je Kubikmeter aufgenommen, die schon für eine Sättigung ausreichen würden. Erst wenn die Temperaturen wieder steigen und sich Tauwasser bildet, steigt die Luftfeuchtigkeit außen wieder merklich an.

Nicht anders verhält sich Luft in Räumen, wodurch die Raumluftfeuchtigkeit beeinflusst wird. Ist die Luft im Raum warm, benötigt sie eine größere Wasserdampfmenge, um gesättigt zu sein. Umso niedriger die relative Luftfeuchtigkeit ist, umso mehr wird sie sich an allen Feuchtigkeitsquellen bedienen – auch an uns (vor Allem bei geschlossenen Räumen ist dieser Effekt extrem). Und das ist das Entscheidende an einem gesunden Raumklima. Halten wir uns in trockener Raumluft auf, wird die Feuchtigkeit der Augen und Schleimhäute von der Luft aufgenommen, um die Raumluftfeuchtigkeit zu sättigen. Erfahre hier die häufigsten Gründe für trockene Raumluft

Nun ist im Sommer meistens die Luftfeuchtigkeit der Außenluft wie auch in Räumen im Lot. Es herrschen im Sommer auch keine großen Temperaturunterschiede zwischen Außenluft und Innenluft. Somit ist auch der Wasserdampfgehalt häufig sehr ähnlich. Im Winter sieht das anders aus.

Relative Luftfeuchtigkeit während der Heizperiode

Im Winter enthält die Außenluft eine geringere Wasserdampfmenge, um als gesättigt zu gelten. Wird die Luft in Räumen aufgewärmt, sinkt dadurch die relative Luftfeuchtigkeit. Dieser Effekt wird allgemein als „trockene Heizungsluft“ bezeichnet. Die Folge ist ein Austrocknen der Schleimhäute, welche jedoch als Teil des Immunsystems Fremdkörper wie Partikel, Bakterien und Viren am weiteren Vordringen in unseren Körper hindern sollen. Typische Symptome sind brennende Augen, Kopfschmerzen, Reizhusten und eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Darin sehen Mediziner unter anderem den Zusammenhang, warum Grippewellen vorwiegend im Winter grassieren.

Um das zu verhindern, muss bei geringer Raumluftfeuchtigkeit zusätzlich der Wasserdampfgehalt der Raumluft erhöht werden. Auf welche Weise ist abhängig davon, wie niedrig die relative Luftfeuchtigkeit in unseren Räumen ist. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 bis 53 % der maximal möglichen Wasserdampfmenge, ist das Raumklima gesund. Die Raumluftfeuchtigkeit könnte zwar theoretisch noch um weitere 47 bis 50 % erhöht werden, doch wir wollen ja kein schwüles Dschungelklima in unseren Wohnräumen. Die Feuchtigkeit der Raumluft wird in der Regel mit einem so genannten Hygrometer gemessen 

Tipp: Erfahre hier, warum es sehr sinnvoll sein kann Klimaanlagen und Luftbefeuchter parallel einzusetzen.

Wenn die relative Luftfeuchtigkeit zu hoch ist

Luftfeuchtigkeit zu niedrig

Die Luftfeuchtigkeit ist zu niedrig? Ein Luftbefeuchter kann Abhilfe schaffen!

Ist die Raumluftfeuchtigkeit über 60 % relativer Luftfeuchtigkeit, dann hat die Luft für uns schon zu viel Wasserdampfgehalt. Sobald die feuchte Luft dann auf kältere Gegenstände oder Wände trifft, verliert sie an der Kontaktstelle ihre hohe Wasseraufnahmefähigkeit. An der kalten Kontaktstelle wird die Raumluft übersättigt, wodurch der Wassergehalt an der Kontaktstelle kondensiert. Dann dauert es auch nicht lange bis sich Schimmel bildet. Übersättigte Luft erleben wir auch während der Heizperiode beim Kochen, wenn die Küchenfenster beschlagen.

Im Kellerraum beobachten wir ebenfalls sehr häufig eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Hier geschieht im Prinzip durch die Außenluft das umgekehrte Prinzip wie bei der Heizperiode. Der Kellerraum wird meistens als Lagerraum genutzt und nicht beheizt. Durch die tiefe Versenkung im Erdreich sind auch die Wände kühl, selbst im Sommer. Dadurch kann die kühlere Kellerluft weniger Wassergehalt aufnehmen. Die Umluft von außen kann aber wärmer sein und dadurch mehr Wasserdampfgehalt besitzen. Dringt sie in den Kellerraum ein, kühlt sie ab und hält den Wassergehalt nicht mehr. Der Kellerraum wird feucht. Stoßlüften schafft die Feuchtigkeit nur dann aus dem Kellerraum, wenn die Außenluft eine geringere Luftfeuchtigkeit als der Kellerraum aufweist. Sonst wird durch den Luftaustausch nur ständig neue Feuchtigkeit zugeführt.

Die Kondensation, wenn warme Luft abkühlt und ihren Wassergehalt verringert, kennen wir in der Natur auch als Wolkenbildung. Eine Wolkenbildung entsteht, wenn die oberen Luftschichten kühler als am Boden sind und die Luft dann mit Wasserdampf übersättigt wird.

In einem anderen Artikel gehen wir auf die Frage ein, was man bezüglich Haustiere bei Luftbefeuchtern beachten sollte.

Wenn die relative Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist

Wie schon erwähnt ist es natürlich, dass während der Heizperiode die Raumluftfeuchtigkeit sinkt. Deswegen macht sich gerade in dieser Zeit eine zusätzliche Luftbefeuchtung bezahlt. Hier findest du übrigens eine Übersicht der besten Luftbefeuchter. Dazu bieten sich verschiedene Befeuchtungsmöglichkeiten an, je nachdem wie gravierend die Abweichung zur idealen Raumluftfeuchtigkeit ist.

Bei geringen Abweichungen von der optimalen Raumluftfeuchtigkeit, können schon geringe Methoden ausreichen. Passive Verdunster zum Beispiel feuchten ihre Umgebungsluft etwas an. Sie kommen oft im Winter zum Einsatz, wozu sich Luftbefeuchter für die Heizkörper anbieten. Durch die warme Luft von der Heizung steigt der mögliche Wasserdampfgehalt sogar noch etwas an. 

Effektiver sind jedoch Ultraschall Zerstäuber, welche es passend zu jedem Luftvolumen in den Räumen gibt. Für kleinere Abweichungen oder kleine Räume reichen schon Aroma Diffuser. Wird bei einem größeren Luftvolumen mehr Befeuchtungsleistung erforderlich, gibt es diese Ultraschall Zerstäuber in größerer Bauform und größerem Wasservorrat ebenfalls im Handel.

Am stärksten befeuchten Verdampfer ihre Umgebungsluft, da sie das Wasser einfach bei 100 °C verkochen. Bi diesen Luftbefeuchtungsgeräten ist aber auch die Gefahr am höchsten, schon zu viel Wassergehalt in die Raumluft zu bringen.

Wie erfahre ich die Raumluftfeuchtigkeit?

Um überhaupt den Bedarf an einer Erhöhung der Raumluftfeuchtigkeit festzustellen ist es ratsam, diese einfach mit einem Hygrometer zu messen. Einfach auf „Verdacht“ einen Luftbefeuchter in Betrieb zu nehmen, kann zu einer Überfeuchtung der Raumluft führen. Der zu hohe Wassergehalt kondensiert dann an kühlen Stellen und meistens ist dann Schimmelbildung die Folge. Diesen Effekt kennen wir auch aus dem Badezimmer, wenn nicht ausreichend eine Stoßlüftung stattfindet. An Kacheln und Spiegeln läuft dann das Wasser herunter.

Die Luftfeuchtigkeit zu berechnen ist sehr kompliziert, da sie in Abhängigkeit zur Temperatur nicht kontinuierlich steigt. So kann die Luft bei 0 °C ca. 5 Gramm Wasser je Kubikmeter Luft aufnehmen. Bei einer warmen Temperatur von 30 °C beträgt der Wasserdampfgehalt jedoch bereits 30 Gramm je Kubikmeter Luft. Es muss also die Dampfsättigungskurve dazu in Betracht gezogen werden, um die genaue Wassermenge zu bestimmen (absolute Luftfeuchtigkeit). Erfahre hier, was die offensichtlichsten Anzeichen für Trockene Raumluft sind.

Sehr einfach und viel schneller ist ein Hygrometer. In ihm sind hygroskopische Materialien verbaut, welche auf unterschiedliche Luftfeuchtigkeitswerte reagieren. So kann einfach abgelesen werden, welche relative Luftfeuchtigkeit gerade bei der vorherrschenden Temperatur erreicht wird. Der Begriff „Hygroskopisch“ bedeutet wasseranziehend, welcher bei der Luftfeuchtigkeit häufig eine Rolle spielt. Auch trockene Raumluft wirkt hygroskopisch, was ja für uns genau das Problem ist.



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