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Muss man trotz Luftreiniger noch regelmäßig Lüften?

Raumluftreiniger mit entsprechenden Filtern können einen Großteil der Luftbelastungen in Räumen entfernen. Damit stellt sich die Frage, ob bei sauberer Luft in der Wohnung überhaupt noch ein Lüften notwendig ist. Die Frage kann ganz schnell im Vorfeld schon beantwortet werden: Ja, auch mit einem Luftreiniger ist das regelmäßige Lüften unerlässlich!

Trotz Luftreiniger Lüften

Ein Raumluftreiniger entfernt Partikel oder Schadstoffe aus der Luft, ersetzt aber keine. Sauerstoff wird beim Atmen verbraucht und als Kohlendioxid wieder ausgeatmet. Daran ändert auch ein Raumluftreiniger nichts. Aber es gibt Unterschiede, wie viel bzw. oft bei einem Luftreiniger zu lüften ist. Dabei kommt es im Detail darauf an woraus die Luftbelastungen bestehen, welche der Raumluftreiniger beseitigen soll.

Luftreiniger reduzieren Belastungen

Raumluftreiniger werden angeschafft, um Belastungen aus der Raumluft zu entfernen. Meistens geht es dabei um Hausstaub, Schimmelsporen oder Zigarettenrauch. Die Schadstoffbelastungen in Wohnungen sind überraschend hoch, und stammen nicht alle von der Außenluft. Auch in den Wohnungen selbst werden noch zu Genüge Schadstoffbelastungen erzeugt. Sei es durch Ausdünstungen aus Teppichen und Möbeln, oder durch Öfen und offene Kamine im Winter. Um diese zu beseitigen oder zu reduzieren, bedarf es jedoch bei Raumluftreinigern spezieller Filter.

Schadstoffbelastungen in der Außenluft

Luftreiniger Lüften ersetzen?

Selbst ein hochwertiger Luftreiniger kann regelmäßiges Lüften nicht ersetzen!

Besonders in Städten oder Ballungsgebieten ist die Luftqualität denkbar schlecht. Abgase von Fahrzeugen und Industrie sind dabei Hauptverursacher. Besonders kritisch werden die Feinstaubbelastungen betrachtet, da diese Staubpartikel um ein Vielfaches kleiner als normaler Hausstaub sind. Damit verringert sich jedoch nicht die Gefahr, sondern macht Feinstaub besonders gefährlich. Durch die mikroskopisch kleine Größe kann Feinstaub tief in die Lungenbläschen vordringen, da kein Abwehrmechanismus sie aufhält. 

Feinstaub entsteht durch Verbrennungsrückstände, aber wird auch von Autos erzeugt. Durch den Abrieb von Autoreifen, Bremsbelägen oder Kupplungsbelägen wird zusätzlich Feinstaub produziert, wovon auch Elektroautos nicht ausgenommen sind. Besonders in den Fokus von Umweltschützern sind Fahrzeuge mit Dieselmotor gekommen. Bei einer hohen Feinstaubbelastung wurden bereits regionale Dieselfahrverbote ausgesprochen.

Luftbelastungen in der Wohnraumluft

Wer einen Luftreiniger in der Wohnung betreibt, stellt sich nicht unberechtigt die Frage nach dem Lüften. Wenn die Außenluft stark belastet ist, will ja keiner die Schadstoffbelastungen wieder hereinlassen. Nun wissen wir jedoch bereits, dass es für den Luftaustausch mit der Außenluft keine Alternative gibt. Was viele unterschätzen ist zudem, dass in fast jeder Wohnung genügend Belastungen erzeugt werden. 

Asthmatiker zum Beispiel leiden häufig unter einer Allergie gegen Hausstaub. In Wirklichkeit reagieren sie jedoch allergisch auf den im Hausstaub enthaltenen Milbenkot. Milben an sich sind harmlos, der Milbenkot ist es aber nicht für jeden. Somit ist der Verursacher der Hausstauballergie die Hausstaubmilbe bzw. der Milbenkot. Hier kann Stoßlüften die Konzentration von Milbenkot im Hausstaub senken, aber nicht gänzlich beseitigen. Für Asthmatiker macht dann natürlich ein Luftreiniger umso mehr Sinn, da er den Milbenkot samt Hausstaub aus der Atemluft entfernt. 

Tipp: Milben ernähren sich von unseren Hautschuppen und Schimmelsporen. Ein Luftreiniger filtert auch Schimmelsporen aus der Atemluft.

Asthmatiker leiden aber auch unter anderen Allergenen, welche ganz normal in unserer Umwelt vorkommen. Zum Beispiel ist die Pollenallergie sehr weit verbreitet. Pollen und Blütenstaub kommen saisonal überall in der Außenluft vor. Für Allergiker ist während der Blütezeit die Luftqualität der Außenluft sehr schlecht. In diesem Fall ist ein Luftreiniger eine Wohltat in den eigenen Räumen. Das Stoßlüften sollte dann jedoch auf das Nötigste reduziert werden, da mit der Außenluft auch die Allergene wieder in die Wohnung gelangen.

Wie richtig Lüften?

Richtig Lüften

Wir empfehlen 3 bis 4 mal am Tag richtig zu Lüften

Trotz Luftreiniger lässt sich also ein Lüften nicht vermeiden. Das Lüften bringt den frischen Sauerstoff mit der Außenluft ins Haus, führt aber auch Schadstoffbelastungen aus dem Haus teilweise ab. Zudem wird überschüssige Luftfeuchtigkeit aus der Wohnung nach draußen transportiert. Diese stammt zum Beispiel vom Kochen, Baden, Wäschetrocknen und unseren Ausdünstungen. Zu viel Luftfeuchtigkeit in Räumen ist wiederum Nährboden für Schimmelpilze. Häufig sind feuchte Kellerräumen von Schimmelpilzen betroffen, wo ebenfalls ein richtiges Stoßlüften Abhilfe schaffen kann.

Unter richtigem Lüften versteht fast jeder etwas anderes. Einige lassen den ganzen Tag das Fenster gekippt, andere öffnen die Fenster nur kurz einmal am Tag. Beides ist gleichermaßen falsch.

Die beste Art zu Lüften ist das sogenannte „Stoßlüften“. Dabei geht es darum, in möglichst kurzer Zeit so viel Luft wie möglich auszutauschen. Dabei kann auch die jeweilige Raumgröße eine Rolle spielen. In kleinen Räumen ist das Luftvolumen gering und relativ schnell ausgetauscht. Ist die Raumgröße größer, dauerte es natürlich länger. 

Gelüftet werden sollte 3 bis 4-mal täglich. Im Winter jedoch entsprechend kürzer als im Sommer (Energieverluste). Es dauert mindestens 5 Minuten, bis ein Luftaustausch komplett beendet ist. Durchzug schaffen kann das Stoßlüften beschleunigen. Dazu sollten die Raumtüren und zwei gegenüberliegende Fenster offen sein. Ein Badezimmer ist wegen der sich ansammelnden Feuchtigkeit ebenfalls zu lüften, jedoch besser bei geschlossener Türe. Sonst würde sich die Feuchtigkeit auf andere Räume verteilen und Schimmelpilzen ein Wachstum ermöglichen. 

Wer viel Luft in kurzer Zeit in der Wohnung austauscht, muss auch nicht im Winter mit hohen Heizkosten rechnen. Die Heizkörper sollten jedoch beim Lüften abgedreht werden. Die Wände verlieren durch das Lüften kaum an gespeicherter Wärmeenergie. Nach dem Lüften ist sehr schnell die ursprüngliche Raumtemperatur wieder erreicht.

Im Winter wird wegen den Heizkosten generell weniger und kürzer gelüftet. Wer jedoch mit einem offenen Kamin heizt, sollte trotzdem für einen häufigen Luftaustausch sorgen. Die meisten Kamine beziehen ihren Sauerstoff aus der Raumluft der Wohnung (Ausnahme getrennte Luftzufuhr). Dazu gelangen durch die Verbrennungsprozesse zahlreiche Schadstoffbelastungen, wie zum Beispiel Feinstaubpartikel, in die Wohnung. Diese entstehen auch, wenn die Asche aus einem Ofen entfernt wird.

Tipp: Bei einer vorliegenden Tierhaarallergie helfen Lüften oder Luftreiniger nur wenig, wenn entsprechende Haustiere im Haushalt leben. Hier ist das beste Mittel ein Staubsauger, welcher seine Abluft über HEPA-Filter reinigt. Bei einer Tierhaarallergie sind es nicht die Haare, sondern der daran haftende Speichel der Auslöser.

Anmerkung: Mit einem Luftreiniger kannst du auch einen Raum ohne Fenster „lüften“.

Mein Fazit zum Lüften und Luftreiniger

Ein Lüften ist auch bei der Verwendung von Luftreinigern nötig. Kommen die Schadstoffbelastungen vorwiegend in der Außenluft vor, sollte das Lüften auf das Minimum beschränkt bleiben. Das gilt auch für Allergiker, wenn sie auf Allergene von draußen reagieren. 

Umgekehrt verhält es sich, wenn Zigarettenrauch oder Milbenkot das Problem sind. Dann ist ein häufiger und längerer Luftaustausch sinnvoll. Zigarettenrauch setzt sich zudem an allen Flächen und Textilien ab, wodurch permanente Ausgasungen erfolgen. Luftreiniger benötigen zur Beseitigung von Zigarettenrauch besondere Filter: Aktivkohlefilter. Aktivkohlefilter binden auch andere gasförmigen Ausgasungen aus Farben, Teppichen oder Möbel. 

Das regelmäßige Lüften bzw. Stoßlüften ist nicht nur bei Luftreinigern nötig, sondern bei jeder Art von Luftreinigungsgeräten wie beispielsweise Luftwäscher oder Luftreiniger.

Außerdem solltest du, wenn du gerade Lüftest den Reiniger ausschalten.  So hälst du nämlich die laufenden Kosten des Luftreinigers so gering wie möglich.

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Kommentare

Wolfgang Brockmann 29. Oktober 2020 um 14:59

Hallo Olaf,
habe leider Schwarzstaub in meiner 58m2 Wohnung. Welchen preiswerten leise laufenden Luftreiniger würdest du mir empfehlen?
LG Wolfgang Brockmann, Paderborn

Antworten

Olaf 29. Oktober 2020 um 22:24

Luftreiniger von Levoit sind gut und günstig. Dieses Modell ist für die Fläche ausreichend.

Antworten

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