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Klimaanlage oder Luftwäscher – verschiedene Einsatzzwecke

Klimaanlagen und Luftwäscher nehmen beide Einfluss auf die Luftqualität. Sie dienen aber trotz einiger Gemeinsamkeiten sehr unterschiedlichen Einsatzzwecken. Die Auswahl zwischen den beiden Gerätearten wird durch den Einsatzzweck bestimmt. Eine Klimaanlage dient primär der Abkühlung bzw. Temperierung der Raumluft. Ein Luftwäscher hat als primäre Aufgabe die Reinigung der Luft zum Ziel. Als Nebeneffekt wird jedoch auch bei einer Klimaanlage die Luft durch Filter gereinigt. 

Ein Luftwäscher dagegen bietet als Nebeneffekt die Anhebung der Luftfeuchtigkeit. Klimaanlagen entfeuchten die Luft dagegen. Es kann also schnell verwirrend werden, herauszufinden welches Gerät nun für eine Wohnung am besten geeignet ist. Zudem entstehen viele weitere Faktoren, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen. So ist zum Beispiel auch der Stromverbrauch sehr unterschiedlich, was sich besonders bei langer Betriebszeit auswirkt.

Klimaanlage oder Luftwäscher?

Die Einsatzzwecke von Luftwäschern und Klimaanlagen

Luftwäscher und Klimaanlagen dienen beide der Verbesserung der Luftqualität, nach unterschiedlichen Gesichtspunkten. Ziel ist es, das Menschen in Wohn- oder Arbeitsräumen ein angenehmes Klima geschaffen wird. Dabei spielen einige Faktoren eine Rolle:

  • Luftbelastung durch Partikel und Schadstoffe
  • Lufttemperatur
  • Luftfeuchtigkeit

Wann nun welches Gerät in Frage kommt, hängt von den Prioritäten ab, welcher der Nutzer setzt. Soll zum Beispiel die Raumluft nur gereinigt oder auch befeuchtet werden?

Der Einsatzzweck für Luftwäscher

Luftwäscher Einsatzzweck

Luftwäscher und Klimaanlagen haben unterschiedliche Einsatzzwecke.

Luftwäscher gehören zu den Luftreinigungsgeräten, zu denen auch klassische Luftreiniger oder Ionisatoren zählen. Der Luftwäscher nimmt jedoch eine Sonderstellung ein, da er funktionsbedingt die Luftfeuchtigkeit in Räumen erhöht. Diesen Vorzug vermögen andere Luftreinigungsgeräte nicht zu bieten und machen bei zu trockener Raumluft einen zusätzlichen Luftbefeuchter nötig.

Im Unterschied zu den übrigen Arten der Luftreinigungsgeräte filtert ein Luftwäscher die Raumluft über das Medium Wasser. So „wäscht“ ein Luftwäscher die Luft wie nach einem Regenschauer. Dazu besitzt er ein Filterrad mit Lamellen, das durch ein Wasserbad läuft. Dadurch werden die Lamellen nass und anschließend durch den Luftstrom der angesaugten Luft geführt. Staubpartikel ab 1 Mikrometer Größe setzen sich an den nassen Lamellen ab und werden bei der Drehung durch das Wasserbad wieder abgewaschen. 

Der Luftstrom nimmt auch Feuchtigkeit von den nassen Lamellen auf, wodurch die Luftfeuchtigkeit im Raum steigt. Luftwäscher machen im Vergleich zu anderen Luftreinigungsgeräten deshalb nur Sinn, wenn eine zu trockene Raumluft herrscht.

Der Einsatzzweck für Klimaanlagen

Klimaanlagen werden dann eingesetzt, wenn zu hohe Raumtemperaturen heruntergekühlt werden sollen. Im Prinzip arbeiten sie nicht anders, wie wir es auch vom Kühlschrank her kennen. Es gibt sie als installierte oder mobile Geräte für Wohnungen und Häuser. Auch Fahrzeuge besitzen größtenteils Klimaanlagen.

Wie auch bei dem Luftwäscher saugt eine Klimaanlage die Raumluft an. Bauelemente der Kältetechnik kühlen die Luft auf die gewünschte Temperatur herab und geben sie wieder an den Raum ab. Dabei bietet es sich an, den Luftstrom im Klimagerät auch gleich zu filtern. 

Grobe Vorfilter besitzen praktisch alle Klimaanlagen, um die technischen Bauteile vor Hausstaub und Schmutz zu schützen. Viele Hersteller greifen jedoch zudem zu hocheffizienten Filtern (HEPA-Filtern), wodurch eine Klimaanlage auch die Funktion eines hocheffektiven Luftreinigers erfüllt. HEPA-Filter filtern auch Partikel von nur 0,3 Mikrometer aus der Luft, was deutlich kleiner als die vom Luftwäscher erfassten Staubpartikel ist. In der Regel führen installierte Klimaanlagen die warme Abluft sofort an die Außenluft ab. Viele mobile Klimaanlagen besitzen dazu einen Abluftschlauch zur Außenluft, der aber nicht in jeder Wohnung einfach verlegt werden kann. 

Physikalisch entsteht durch Klimaanlagen jedoch ein Entfeuchtungseffekt der Raumluft. Das kommt daher, da warme Luft mehr Wasser als kalte Luft aufnimmt. Wird warme Luft also in Klimaanlagen abgekühlt, kann sie das enthaltene Wasser nicht mehr halten (Übersättigung). In Folge davon schlägt sich das Wasser als Kondenswasser aus der kalten Luft nieder. Die Luft wird also trockener. 

Das kann vorteilhaft sein, wenn die Raumluft zu feucht ist. Bei idealer oder zu niedriger Luftfeuchtigkeit dagegen wirkt eine Entfeuchtung der Luft negativ auf den menschlichen Organismus. Ideal ist je nach Raum und Temperatur eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 53%. Werte unter 40% sind auf Dauer schädlich für den Menschen. Mit einem Hygrometer kannst du die Luftfeuchtigkeit in deiner Wohnung messen.

Trockene Raumluft

Die trockene Luft nimmt die Feuchtigkeit des menschlichen Organismus auf, welche über die Augen und Schleimhäute geboten wird. Die Schleimhäute trocknen immer mehr aus und können ihre Abwehrfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Dieses Phänomen tritt auch häufig im Winter durch „trockene Heizungsluft „ auf. Eine hohe Anfälligkeit für grippale Infekte ist die Folge. Genau aus diesem Grund kann ein Luftwäscher vorbeugend gegen Erkältungen wirken. Genau deswegen sind bei zu trockener Raumluft Luftwäscher das geeignete Luftreinigungsgerät, wenn nicht auch kleinere Luftbelastungen als 1 Mikrometer zu entfernen sind. Doch auch dazu gibt es unter den Luftwäschern „Kombigeräte“, welche mehrere Filtersysteme vereinen.

Feuchte Raumluft

Das Gegenteil zu trockener Raumluft ist zu feuchte Raumluft. Als Kompromiss können noch Luftfeuchtigkeitswerte unter 60% geduldet werden. Ab 60% relativer Luftfeuchtigkeit wird es dann gesundheitsschädlich. Bei dieser Luftfeuchtigkeit können sich Schimmelpilze bilden, welche ihre Sporen in der Raumluft verteilen. Das ist weder für den Menschen noch für die Bausubstanz gut. Hier sind Luftentfeuchter und Klimaanlagen in ihrem Element. Sie entfeuchten die Luft und schaffen ein angenehmes und gesundes Raumklima. Abgesehen von Bad- und Kellerräumen herrscht jedoch in der Regel eine zu trockene Raumluft in Räumen vor. Besonders im Winter ist es ein weitverbreitetes Problem.

Wie unterscheiden sich Luftwäscher und Klimaanlage für den Benutzer?

Unterschiede Luftwäscher und Klimaanlage

Klimaanlagen und Luftwäscher arbeiten mit unterschiedlichen Funktionsweisen.

Dass ein Luftwäscher nicht dem gleichen Zweck wie eine Klimaanlage dient, ist nun verständlich. In der Praxis zeigen sich noch weitere Unterschiede, wobei es auch immer auf das jeweilige Modell ankommt. 

Ein Luftwäscher ist ein relativ sparsames Gerät beim Stromverbrauch. Klimaanlagen sind das genau Gegenteil und verbrauchen viel Strom. Besitzt der Luftwäscher keine weiteren Filter, gilt es in der Pflege und Wartung nur den Wassertank regelmäßig zu befüllen und zu reinigen. Filterwechsel sind dann nicht nötig. Ist ein Vorfilter vorhanden, ist es entweder ein kostengünstiger Wegwerffilter aus Papier, oder ein wiederverwendbarer Vliesfilter zum Auswaschen. Wiederverwendbare Filter senken die Laufenden Kosten eines Luftreinigers oder Luftwäschers.

Wird dem Wasser des Luftwäschers kein Hygienemittel zugesetzt, können sich bei mittleren bis langen Standzeiten darin Keime und Bakterien entwickeln. Zudem entstehen durch den Kalkgehalt des Wassers Ablagerungen. Deswegen sollte das Wasser täglich erneuert und der Luftwäscher (Tank und Lamellen) regelmäßig gereinigt werden. Sonst können sich die Keime und Bakterien in der Raumluft verteilen, was nicht empfehlenswert ist. Die meisten Hygienemittel enthalten auch gleich ein Entkalkungsmittel, da sich in den Ablagerungen ebenfalls Bakterien vermehren können.

Tipp: Durch Hygienemittel im Wassertank der Luftwäscher entfällt das Auswechseln des Wassers. Es muss nur das fehlende Wasser aufgefüllt werden. Die Hygienemittel desinfizieren das Wasser über Monate. 

Eine Klimaanlage benötigt kein Wasser. Im Gegenteil, sie sammelt durch Kondensation das Wasser aus der Raumluft. Bei fest installierten Klimaanlagen wird das anfallende Kondenswasser über Schläuche direkt abgeführt. Die kleineren mobilen Klimageräte besitzen einen Sammeltank, welcher regelmäßig geleert werden muss. Auch darin können sich Keime und Bakterien bilden, weswegen der Sammelbehälter von Zeit zu Zeit gereinigt werden sollte. Auch bei Klimaanlagen ist eine Desinfektion angeraten. Dazu gibt es im Handel entsprechende Desinfektionsmittel, die meistens als Sprühschaum erhältlich sind. Neben dem Sammelbehälter gilt es auch den Filter und die luftströmenden Bauteile zu desinfizieren.

Wie schon erwähnt, kann eine Klimaanlage wie Luftreiniger mit hocheffizienten Filtern bestückt sein. Diese setzen sich jedoch mit der Zeit zu und müssen im Rahmen eines Filterwechsels ersetzt werden. 

Welches Gerät ist besser zur Luftreinigung?

Luftwäscher bessere Luftreiniger

Ob nun die Klimaanlage oder der Luftwäscher eine bessere Luftreinigung durchführt, lässt sich nicht pauschal sagen.

Luftreinigung ist ein komplexes Thema, wo viele Faktoren Einfluss haben. Die Kernfrage ist dabei jedoch immer, was an Belastungen aus der Raumluft entfernt werden soll. So gibt es individuell unterschiedliche Ansprüche an die Luftqualität. Einigen reicht es, nur grobe Staubpartikel wie Hausstaub aus der Raumluft zu entfernen. Dazu reicht schon fast ein Vorfilter aus. Andere wollen auch kleinere Partikel wie Feinstaub entfernen. Besonders hohe Ansprüche an Luftreinigungsgeräten haben Raucher (Zigarettenrauch) oder Allergiker (Allergene). 

Ein Luftreiniger, Luftwäscher oder eine Klimaanlage mit HEPA-Filtern ist für die meisten Zwecke der Luftreinigung ausreichend. Werden die Luftbelastungen jedoch kleiner als 0,3 Mikrometer, reichen diese Filtersysteme nicht mehr aus. Dann wird ein mehrstufiges Filtersystem notwendig.

Zigarettenrauch zum Beispiel besteht aus sehr vielen Schadstoffen, welche nur noch zum geringen Teil durch HEPA-Filter erfasst werden. Dann wird ein Filtersystem mit Aktivkohlefilter benötigt, was sogar noch gasförmige Schadstoffe wie Nikotin, Aerosole oder Formaldehyd entfernt. Aktivkohlefilter sind als Bestandteil eines mehrstufigen Filtersystems nachgeschaltet, wodurch vor der Aktivkohle schon die gröbsten Partikel aufgefangen werden.

Allergiker können gegen Allergene der Außenluft wie auch Allergenen in Wohnungen allergisch reagieren. Hier kommt es im Detail auf die Art der Allergie bzw. die Größe der Allergene an. Viele Pollen sind relativ groß, sodass schon ein guter Vorfilter sie ausfiltert. Somit sind für groben Hausstaub und Kleinstpartikel ab 1 Mikrometer Luftwäscher ausreichend. 

Für kleinere Kleinstpartikel wird ein Luftreiniger mit HEPA-Filter benötigt. Mit Luftwäscher und Klimaanlagen können je nach Modell ebenfalls mit HEPA-Filter ausgerüstet sein. Ionisatoren haben dagegen keine Filter. Teilweise sind Ionisatoren jedoch Bestandteil eines mehrstufigen Filtersystems.

Um noch kleinere Schadstoffe wie Aerosole oder Zigarettenrauch zu entfernen, muss das Gerät zusätzlich mit einem Aktivkohlefilter als Bestandteil eines mehrstufigen Filtersystems (Vorfilter, Hauptfilter, Aktivkohlefilter) ausgerüstet sein.

Wann ist welches Gerät sinnvoll?

Aus der Wahl der Luftreinigungseffizienz geht noch nicht hervor, ob auch immer jedes Gerät Sinn macht. Ein Luftwäscher macht unabhängig der Filterausstattung nur Sinn, wenn eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit erforderlich bzw. gewünscht ist. Das kann sich jedoch je nach Jahreszeit ändern. Die Luftreinigung lässt sich bei Luftwäschern jedoch nicht von der Befeuchtung der Luft entkoppeln, da sie funktionsbedingt ist. 

Ein Luftreiniger weist grundsätzlich eine höhere Filterleistung als ein Luftwäscher auf (Ausnahme Luftwäscher mit zusätzlichen Filtersystemen). Dafür lässt er aber die Luftfeuchtigkeit unberührt. Bei idealer Luftfeuchtigkeit in den Räumen also eine gute Wahl. Kommt es nur temporär im Winter zu Abweichungen der idealen Luftfeuchtigkeit, kann ein zusätzliches Befeuchtungssystem für die Raumluft angeschafft werden. Hierzu eignen sich Luftbefeuchter sehr gut.

Luftbefeuchter gibt es ebenfalls mit unterschiedlichen Funktionsprinzipien. Es gibt sie als kleine Zerstäuber bzw. Diffuser (bei geringen Abweichungen zur idealen Luftfeuchtigkeit), als passive Verdunster (ebenfalls geringe Effektivität) oder leistungsstarke Befeuchtungssysteme mit Ultraschall oder nach dem Verdampfer-Prinzip. Auch bei Luftbefeuchtern ist eine hygienische Arbeitsweise sehr wichtig. Einige Luftbefeuchter arbeiten zusätzlich mit Filtermatten oder einer Bestrahlung des Wassers mit UV-Licht. Vorfilter sind übrigens bei fast allen Geräten zur Befeuchtung der Luft zu finden.

Klimaanlagen machen Sinn, wenn die Raumtemperatur einen bestimmten Wert nicht überschreiten soll. Nützlich ist bei zu feuchten Räumen die Luftentfeuchtung, was aber auch schnell in zu trockene Raumluft umschlagen kann. Dann muss die Luft wieder mit einem nachgeschalteten Befeuchter erwärmt und neu befeuchtet werden. Sonst werden über die Atemwege die Schleimhäute ausgetrocknet. 



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