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Worauf müssen Asthmatiker beim Kauf eines Aroma Diffusers achten?

Aroma Diffuser verteilen in Wasser gelöste Duftstoffe und ätherische Öle in der Raumluft. Im Allgemeinen wird dies als wohltuend und beruhigend empfunden und kann sogar als Aromatherapie eingesetzt werden. Was aber ist, wenn Erkrankungen der Atemwege zum Beispiel bei einem Asthmatiker vorliegen? Was muss bei Asthma und Aroma Diffuser beachtet werden? 

Aroma Diffuser Asthmatiker

Wie wirkt sich ein Aroma Diffuser auf Asthma aus?

Asthma ist eine entzündliche Atemwegserkrankung. Sie ist chronisch und tritt anfallsartig auf, wenn die überempfindlichen Bronchien bestimmten Reizen ausgesetzt wird. Typische asthmatische Beschwerden sind:

  • Engegefühl in der Brust
  • Husten
  • Kurzatmigkeit
  • Luftnot
  • Pfeifende Atmung

Atmet ein Asthmatiker Luft mit Reizstoffen ein, reagieren die Bronchien mit einer krampfartigen Verengung als Abwehrreaktion. Gleichzeitig schwellen die Schleimhäute an und sorgen für eine Behinderung (Obstruktion) der ein- und ausströmenden Luft. Dadurch fällt es dem Asthmatiker schwerer zu atmen. Ein Aroma Diffuser wirkt in zweifacher Weise auf die Raumluft ein. Das Wasser mit den Duftstoffen oder ätherischen Ölen wird in einem Aroma Diffuser zerstäubt (Kaltvernebelung) und als Nebel in die Raumluft eingebracht. 

Je nach Art des Asthmas kann ein Aroma Diffuser tatsächlich schädlich für einen Asthmatiker sein. Zum einen kann der kalte Nebel Asthma auslösen, zum anderen können einige Duftstoffe oder ätherische Öle in der Raumluft die Ursache für einen Asthmaanfall sein. Bei Asthma gilt es zwischen den Formen zu unterscheiden. Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Asthmaformen, welche unterschiedlich auf Aroma Diffuser reagieren.

Aroma Diffuser Asthma

Im Folgenden erfährst du, wie sich ein Aroma Diffuser auf verschiedene Formen von Asthma auswirken kann.

Allergisches Asthma

Bei allergischem (extrinsisches) Asthma sind Allergene die Ursache für die Atemwegserkrankung. Diese können zum Beispiel folgende sein:

  • Schimmelsporen
  • Pollen von Blüten und Gräsern
  • Tierhaare
  • Hausstaubmilben 
  • Vogelfedern

Auch Allergien auf bestimmte ätherische Öle oder Duftstoffe von Aroma Diffusern können Asthma auslösen. Einige Aromaöle wie zum Beispiel Eukalyptus oder Pfefferminze reizen zudem die Schleimhäute, welche bei vorliegenden Atemwegserkrankungen sowieso schon gereizt sind.

Nicht-allergisches Asthma

Bei dem Nicht-allergischen (intrinsisches) Asthma sind Allergene nicht als Auslöser zu sehen. Die Auslöser können unter anderem folgende sein:

  • Schadstoffe in der Atemluft
  • Tabakrauch (passiv und aktiv)
  • Körperliche Anstrengungen
  • Viruserkrankungen oder bakterielle Infekte
  • Duftstoffe (Parfum)
  • Kühle Atemluft (Nebel)

Auch bei dieser Form des Asthmas kann ein Aroma Diffuser schädlich wirken, da er Duftstoffe und einen kühlen Nebel verbreitet. Bei den Formen des Asthmas kann es auch zu einer Kombination des Allergischen und Nicht-allergischen Asthmas kommen (Gemischtförmiges Asthma). 

Das gilt es beim Kauf von Aroma Diffusern zu beachten?

Wer unter Asthma leidet, sollte vor dem Kauf eines Aroma Diffusers dies mit einem Arzt (Lungenfacharzt) besprechen. Die größte Gefahr ist in den Duftstoffen und ätherischen Ölen zu sehen, welche sich je nach Atemwegserkrankung auswirken. Wird bei der Benutzung des Aroma Diffusers eine Reizung der Schleimhäute festgestellt, sollte das beruhigende Aromaöl nicht weiter verwendet werden. Welche Aromaöle trotzdem noch der Gesundheit bei Asthma zuträglich sind, kann ein Lungenarzt beantworten. In einem separaten Artikel gehen wir außerdem auf weitere Gefahren eines Aroma Diffusers ein.

Wer allergisch auf gewisse Inhaltsstoffe reagiert (Allergisches Asthma), kann je nach Allergie trotzdem noch viele Duftstoffe oder ätherische Öle für einen wohltuenden Raumduft verwenden. Hier ist auch ein Allergologe eine gute Anlaufstelle, um die Allergene zu bestimmen auf die der Asthmatiker allergisch reagiert.

Natürlich lässt sich auch die Konzentration der Duftstoffe oder ätherischen Öle in der Raumluft durch die Dosierung im Aroma Diffuser bestimmen. Asthmatiker sollten mit schwachen Dosierungen prüfen, ob sie das jeweilige Aromaöl überhaupt vertragen. Erfahre hier, wie man Aroma Öl richtig dosieren kann.

Tipp:

Allergiker können übrigens auch ohne Asthmaanfälle empfindlich auf manche Duftstoffe oder ätherische Öle reagieren. Oft zeigen sich dann Hautreizungen, Juckreiz oder ein Kratzen im Hals. 

Ein Aroma Diffuser darf natürlich auch ohne Aromaöl betrieben werden. In diesem Falle wird nur Wasser als Nebel in die Raumluft eingebracht. Die Verneblung ist bei Aroma Diffusern deutlich geringer als bei einem effektiven Luftbefeuchter. Der Nebel eines Aroma Diffusers verteilt sich relativ schnell in der Raumluft bzw. löst sich auf. Asthmatiker sollten einen Aroma Diffuser nicht direkt neben dem Bett stehen haben, da der kühle und feuchte Nebel nicht von ihnen eingeatmet werden sollte. Einige Meter Abstand zu dem Aroma Diffuser reicht aus. In diesem Sinne ist es häufig sinnvoll auf einen Aroma Diffuser mit Fernbedienung zurückzugreifen.

Luftbefeuchtung durch Aroma Diffuser

Durch die Kaltvernebelung (Zerstäubung durch Ultraschall) des Wassers steigt die Luftfeuchtigkeit der Raumluft an. Eine zusätzliche Luftbefeuchtung ist gesundheitsfördernd, wenn dadurch zu trockene Raumluft (relative Luftfeuchtigkeit unter 40 %) beseitigt wird. Befindet sich die Luftfeuchtigkeit schon über 53 %, ist eine weitere Luftbefeuchtung darüber hinaus weder sinnvoll noch gesundheitsfördernd. Schon ab 60 % relativer Luftfeuchtigkeit können sich Schimmelsporen bilden, welche je nach Form des Asthmas ebenfalls Asthmaanfälle auslösen können. Ich empfehle für Asthmatiker vor der Anschaffung eines Aroma Diffusers erst einmal die vorhandene Luftfeuchtigkeit zu messen. Das geht ganz einfach mit einem Hygrometer, welcher schon für wenige Euros erhältlich ist. Dazu empfehle ich auch meinen Beitrag: „Die optimale Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer messen“. 

Aroma Diffuser Luftbefeuchtung-2

In kleinen Räumen kann ein Aroma Diffuser mit großem Tank tatsächliche eine merkliche Auswirkung auf die Luftfeuchtigkeit nehmen.

Da die Auslöser für Asthma hauptsächlich über die Atemwege in den Körper eindringen, halte ich für Asthmatiker einen Luftreiniger für sinnvoller als ein Aroma Diffuser. Luftreiniger können alle belastenden Stoffe aus der Raumluft entfernen, was für viele Asthmatiker und Allergiker wichtig ist.

Übrigens kann ein Aroma Diffuser nicht nur bei Asthma ungesund wirken. Auch Haustiere und Säuglinge sollten nicht unbedacht den Duftölen und ätherischen Ölen ausgesetzt werden. Das gilt besonders für die Verwendung von Ölen mit Eukalyptus und Pfefferminze. Säuglinge und Haustiere reagieren viel empfindlicher auf Duftstoffe, die durch das Atmen in die Lunge gelangen. Bei Säuglingen und Babys empfehle ich grundsätzlich, in den ersten Lebensjahren auf Aroma Diffuser zu verzichten oder im Detail den Kinderarzt zu befragen. Bei Haustieren würde ich von ätherischen Ölen wie zum Beispiel Eukalyptus und Pfefferminze, aber noch einige Weiteren abraten. Siehe dazu auch meinen Beitrag: “Ist ein Aroma Diffuser schädlich für Haustiere?“.  Für die Dauer einer Aromatherapie kann das Haustier auch aus dem betreffenden Raum ausgeschlossen werden. Danach empfehle ich gut zu lüften, bevor das Haustier wieder in den Raum darf.

Ist die Luftfeuchtigkeit massiv zu niedrig und soll erhöht werden, ist es besser einen effektiven Luftbefeuchter anstelle des kleinen Aroma Diffusers zu benutzen. Die Luftbefeuchtung ist bei einem Aroma Diffuser häufig zu gering, um aus zu trockener Raumluft eine gesunde Raumluft zu schaffen. Deswegen sehe ich bei der Verneblung von reinem Wasser auch das geringste Problem eines Aroma Diffusers bei Asthma. Allerdings ist auch die Hygiene ein wichtiger Faktor. 

Tipp:

Es gibt auch effektive Luftbefeuchter, die neben der Luftbefeuchtung auch ein Aromaöl verbreiten können.

Die Reinigung des Aroma Diffusers bei Asthma 

Grundsätzlich sollte ein Aroma Diffuser nur mit frischem Wasser betrieben werden. Zudem empfehle ich ihn spätestens alle 2 Tage gründlich zu reinigen. Wird abgestandenes Wasser verwendet oder der Aroma Diffuser ist innen verschmutzt, bilden sich Bakterien und Keime. Diese werden dann mit dem Nebel in der Raumluft verteilt. Diese Maßnahmen empfehle ich generell für jeden Benutzer von Aroma Diffusern. Für Menschen welche unter Asthma leiden empfehle ich sogar, den Aroma Diffuser täglich zu reinigen, um die Keimbildung zu verhindern. Die Atemwege und Schleimhäute sind durch das Asthma sowieso schon angegriffen und bieten Bakterien und Keimen leichte Angriffsflächen. 

Erfahre hier mehr über die richtige Reinigung eines Aroma Diffusers.

Ein Aroma Diffuser wird in der Regel mit normalem Leitungswasser betrieben. Darin ist je nach regionaler Wasserhärte mehr oder weniger Kalk enthalten. Kalk setzt sich mit der Zeit auch im Aroma Diffuser ab, weswegen er regelmäßig entkalkt werden muss. Bilden sich Kalkrückstände im Aroma Diffuser, bilden sich auch darin Bakterien und Keime, sowie die Funktion des Ultraschall- Elements beeinträchtigt werden kann. Auch darauf sollten besonders Menschen mit einer Erkrankung der Atemwege achten. Ich empfehle bei Atemwegserkrankungen besser direkt destilliertes Wasser zu verwenden. Dann können keine Kalkrückstände entstehen, was aber nicht von der regelmäßigen Reinigung der Geräte befreit.

Mein Fazit zu Aroma Diffusern bei Asthma

Grundsätzlich haben Aroma Diffuser positive Eigenschaften für unser Wohlbefinden und auch unserer Gesundheit. Bei Erkrankungen der Atemwege kommt es im Detail auf die Erkrankung an. Oft sollten dann nur bestimmte Aromaöle gemieden werden, was aber ein Arzt genau feststellen kann. Bei Asthma also bitte grundsätzlich den Facharzt nach Aroma Diffuser und den verträglichen Ölen befragen.

Allergiker sollten bei einem Aroma Diffuser und den Ölen auf Juckreiz, Hautreizungen oder Kratzen im Hals achten. Ein Allergietest kann zudem schon festlegen, welche Aromaöle nicht infrage kommen. Es bleiben bestimmt noch einige harmlose Aromaöle übrig, welche ihre beruhigende Wirkung entfalten können.



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